Aktualisiert am 19. Juni 2026
🏋️ 1RM-Rechner (Maximalkraft)
Maximalkraft (1RM) aus einem Satz schätzen — mit Epley- und Brzycki-Formel und Prozenttabelle fürs Training.
Geschätztes 1RM (Mittel)
92 kg
Rechenweg
Epley: 80 × (1 + 5/30) = 93,3 kg
Brzycki: 80 × 36 ÷ (37 − 5) = 90 kg
Schätzung — am genauesten bei wenigen Wiederholungen. Kein Anlass für echte Maximalversuche.
Trainingsgewichte nach Ziel
| Ziel | Intensität | Gewicht |
|---|---|---|
| Maximalkraft | 90 % · 1–5 Wdh | ≈ 83 kg |
| Muskelaufbau | 75 % · 6–12 Wdh | ≈ 69 kg |
| Kraftausdauer | 60 % · 15+ Wdh | ≈ 55 kg |
War dieser Rechner hilfreich?
Was 1RM ist & warum man es schätzt statt testet
Das 1RM (One-Rep Maximum, Einer-Wiederholungs-Maximum) ist das Gewicht, das man bei einer Übung genau einmal mit sauberer Technik bewegen kann. Es ist die gängige Bezugsgröße im Krafttraining, um Trainingsgewichte zu planen.
Ein echter 1RM-Test — der Versuch, das maximale Gewicht tatsächlich zu heben — birgt jedoch ein erhöhtes Verletzungsrisiko, besonders ohne Erfahrung, Sicherung oder bei ermüdeter Muskulatur. Deshalb schätzt man das 1RM meist aus einem leichteren Satz mit mehreren Wiederholungen. Formeln wie Epley und Brzycki rechnen aus Gewicht und Wiederholungszahl auf das geschätzte Maximum hoch. Das ist sicherer, schnell und für die Trainingsplanung völlig ausreichend. Dieser Rechner nutzt beide Formeln und zeigt zusätzlich, welche Trainingsgewichte sich daraus für verschiedene Ziele ergeben. Wichtig: Die Schätzung ersetzt den riskanten Maximalversuch — sie ist keine Aufforderung, ihn doch zu unternehmen. Das 1RM ist je nach Übung verschieden: Beim Kreuzheben hebt man mehr als beim Bankdrücken. Schätzen Sie es deshalb pro Übung separat, statt einen Wert auf alle Bewegungen zu übertragen.
Epley-Formel (80 kg × 5 Wiederholungen)
- 1Epley-Formel1RM = Gewicht × (1 + Wdh ÷ 30)= Schätzformel
- 280 kg, 5 Wiederholungen80 × (1 + 5 ÷ 30)= 80 × 1,167
- 3geschätztes 1RM= 93,3= ≈ 93 kg
Brzycki-Formel (gleiche Werte zum Vergleich)
- 1Brzycki-Formel1RM = Gewicht × 36 ÷ (37 − Wdh)= Schätzformel
- 280 kg, 5 Wiederholungen80 × 36 ÷ (37 − 5)= 80 × 36 ÷ 32
- 3geschätztes 1RM= 90= 90 kg
Prozent vom 1RM je Wiederholungszahl
| Wiederholungen | % vom 1RM |
|---|---|
| 1 | 100 % |
| 2 | 95 % |
| 3 | 93 % |
| 4 | 90 % |
| 5 | 87 % |
| 6 | 85 % |
| 7 | 83 % |
| 8 | 80 % |
| 9 | 77 % |
| 10 | 75 % |
| 11 | 72 % |
| 12 | 70 % |
Richtwerte, wie viel Prozent des 1RM man typischerweise für eine bestimmte Wiederholungszahl bewegen kann. Es sind Durchschnitte — wie viele Wiederholungen jemand bei einem bestimmten Prozentsatz schafft, hängt von Übung, Technik und Trainingszustand ab und kann abweichen. Auch die Übung selbst spielt eine Rolle: Bei großen Mehrgelenk-Übungen wie der Kniebeuge schafft man bei gleichem Prozentsatz oft mehr Wiederholungen als bei kleinen Isolationsübungen.
Wofür man das 1RM nutzt (Trainingssteuerung)
Der Hauptnutzen des 1RM liegt in der Trainingssteuerung. Statt Gewichte nach Gefühl zu wählen, plant man sie als Prozentsatz des 1RM — das macht die Intensität messbar und vergleichbar. Ein Plan, der „80 % des 1RM" vorgibt, lässt sich so für jede Person und jede Übung konkret in Kilogramm umrechnen.
Je nach Ziel liegen die sinnvollen Prozentbereiche unterschiedlich: Für Maximalkraft trainiert man schwer mit wenigen Wiederholungen (rund 85–100 %), für Muskelaufbau moderat (rund 65–85 %), für Kraftausdauer leichter mit vielen Wiederholungen (rund 50–65 %). Steigt die Kraft, berechnet man das 1RM neu und passt die Gewichte an — so bleibt die Belastung über Wochen im gewünschten Bereich. Wichtig bleibt dabei: Die Prozentangaben sind Orientierung, und saubere Technik geht immer vor dem nächsten Kilogramm. Viele Trainingspläne arbeiten genau deshalb mit Prozentangaben statt mit festen Kilogramm — so passt derselbe Plan für Einsteiger wie für Fortgeschrittene, jeder rechnet ihn auf sein eigenes 1RM um. Dieser Rechner zeigt die passenden Trainingsgewichte für die drei Ziele direkt unter dem Ergebnis an, sodass man die Prozentrechnung nicht selbst machen muss.
Trainingsgewicht aus dem 1RM (5×5 bei 80 %)
- 1Geschätztes 1RM~92 kg= Ausgangswert
- 2Zielintensität für 5×580 % von 92 kg= 0,80 × 92
- 3Trainingsgewicht= 73,6= ≈ 74 kg
Kraft vs. Muskelaufbau vs. Ausdauer (verschiedene %-Bereiche)
- 1Maximalkraft (≈ 90 %, 1–5 Wdh)0,90 × 100 kg= 90 kg
- 2Muskelaufbau (≈ 75 %, 6–12 Wdh)0,75 × 100 kg= 75 kg
- 3Kraftausdauer (≈ 60 %, 15+ Wdh)0,60 × 100 kg= 60 kg
Trainingszonen nach Ziel
| Trainingsziel | % vom 1RM | Wiederholungen |
|---|---|---|
| Maximalkraft | 85–100 % | 1–5 |
| Muskelaufbau (Hypertrophie) | 65–85 % | 6–12 |
| Kraftausdauer | 50–65 % | 15–25 |
| Techniktraining / Aufwärmen | unter 50 % | locker, viele |
Die Bereiche überschneiden sich und sind keine starren Grenzen. Für gesunde Erwachsene ist ein Mix sinnvoll; Anfänger starten am besten mit moderaten Gewichten und sauberer Technik, bevor sie die Intensität steigern. In den ersten Wochen verbessert sich die Kraft oft schnell, weil das Nervensystem die Bewegung lernt — das Trainingsgewicht sollte dann regelmäßig nachjustiert werden, ohne die Technik zu opfern.
Warum die Schätzung bei vielen Wiederholungen ungenauer wird
Die 1RM-Formeln sind am genauesten bei wenigen Wiederholungen — etwa zwei bis fünf. Je mehr Wiederholungen ein Satz hat, desto weiter muss die Formel extrapolieren, und desto größer wird der Schätzfehler.
Der Grund: Bei hohen Wiederholungszahlen spielen Ausdauerfaktoren eine immer größere Rolle, nicht mehr nur die reine Maximalkraft. Zwei Menschen mit demselben 1RM können bei 15 Wiederholungen unterschiedlich weit kommen, je nach Muskelfasertyp und Ermüdungswiderstand. Die Brzycki-Formel hat zudem eine mathematische Grenze: Bei 37 Wiederholungen wird der Nenner null, der Wert unbrauchbar. Für eine belastbare Schätzung wählt man deshalb einen Satz mit höchstens etwa 10 Wiederholungen, idealerweise im Bereich von 3 bis 6. Wer ohnehin im hohen Wiederholungsbereich trainiert, braucht das 1RM meist gar nicht — dort steuert man eher über das empfundene Anstrengungsniveau. Eine verbreitete Methode dafür ist RIR (Reps in Reserve): Man beendet den Satz, wenn noch zwei bis drei saubere Wiederholungen möglich wären. Das schont die Gelenke und lässt sich ohne jede Formel anwenden.
Epley vs. Brzycki
| Kriterium | Epley | Brzycki |
|---|---|---|
| Formel | Gewicht × (1 + Wdh/30) | Gewicht × 36 / (37 − Wdh) |
| Bei 1 Wiederholung | leicht über dem Gewicht | genau das Gewicht |
| Tendenz bei vielen Wdh | schätzt eher etwas höher | schätzt eher etwas niedriger |
| Grenze | keine harte Grenze | ab 37 Wdh unbrauchbar (Nenner 0) |
| Genauigkeit | gut bei niedrigen Wdh | gut bei niedrigen Wdh |
Sicher & technisch sauber trainieren
- Vor schweren Sätzen gründlich aufwärmen und mit leichten Gewichten einsteigen.
- Die Technik beherrschen, bevor das Gewicht gesteigert wird — Form vor Last.
- Bei freien Übungen (Bankdrücken, Kniebeuge) einen Spotter oder Sicherheitsablagen nutzen.
- Das Gewicht in kleinen Schritten erhöhen, nicht sprunghaft.
- Auf vollständige, kontrollierte Bewegungen achten, kein Schwungholen.
- Ausreichend Pausen zwischen schweren Sätzen einplanen.
- Auf Warnsignale hören: Schmerz ist ein Stoppsignal, kein Trainingsreiz.
- Als Anfänger oder bei Vorerkrankungen fachliche Anleitung oder ärztlichen Rat einholen.
Echte Maximalversuche nur mit Erfahrung und Sicherung
Ein tatsächlicher 1RM-Test — das Heben des maximal möglichen Gewichts für eine Wiederholung — gehört in erfahrene Hände und sollte gesichert ablaufen: mit Spotter, Sicherheitsablagen und nach gründlichem Aufwärmen. Für die allermeisten Trainierenden ist er unnötig, denn die Formel-Schätzung liefert einen ausreichend guten Wert ohne das Verletzungsrisiko. Gerade bei Müdigkeit, schlechter Technik oder fehlender Sicherung können Maximalversuche gefährlich werden. Die Regel lautet immer: Technik vor Gewicht. Wer unsicher ist, bleibt bei submaximalen Sätzen und lässt die Formel rechnen — das ist sicherer und für die Trainingsplanung genauso brauchbar.
Schätzwerte — bei Anfängern ist Anleitung empfohlen
Die berechneten 1RM-Werte sind Schätzungen aus Formeln und können vom tatsächlichen Maximum abweichen — am genauesten sind sie bei niedrigen Wiederholungszahlen. Sie hängen von Technik, Tagesform und Übung ab und unterscheiden sich je nach Formel leicht. Nutzen Sie die Werte zur Trainingsplanung, nicht als exakte Leistungsmessung. Wer neu mit Krafttraining beginnt, profitiert sehr von einer fachlichen Einweisung in die korrekte Ausführung — das senkt das Verletzungsrisiko und macht das Training wirksamer. Bei Vorerkrankungen, Gelenkproblemen oder Unsicherheit ist eine ärztliche oder physiotherapeutische Rücksprache sinnvoll, bevor man die Intensität steigert. Krafttraining ist für gesunde Erwachsene grundsätzlich sehr sicher und gesundheitsförderlich — die meisten Verletzungen entstehen durch zu schnelles Steigern oder mangelhafte Technik, nicht durch das Training an sich. Geduld und saubere Ausführung sind daher die beste Vorbeugung.
Häufige Fragen
Was ist das 1RM?
Wie schätze ich mein 1RM ohne Maximalversuch?
Was ist der Unterschied zwischen Epley und Brzycki?
Wie genau ist die 1RM-Schätzung?
Welches Gewicht soll ich trainieren?
Quellen & Methodik
- Epley- & Brzycki-Formel (1RM-Schätzung)Epley: Gewicht×(1+Wdh/30); Brzycki: Gewicht×36/(37−Wdh). Schätzungen, am genauesten bei wenigen Wiederholungen.