Aktualisiert am 1. Juli 2026
🏃 VDOT-Rechner (Jack Daniels)
VDOT aus einem Wettkampfergebnis berechnen und daraus die fünf Trainingspaces (Easy, Marathon, Threshold, Interval, Rep) ableiten.
Dein VDOT-Wert
40,0
Rechenweg
v = 10.000 m ÷ 50 min = 200,0 m/min
VO2 = 36,0 · %max = 0,9 → VDOT = 40,0
Deine Trainingspaces (Richtwerte nach Daniels)
| Zone | Pace | Zweck |
|---|---|---|
| Easy (E) | 6:07 min/km | lockere Dauerläufe, Grundlagenausdauer |
| Marathon (M) | 5:17 min/km | Marathon-Renntempo, lange Läufe |
| Threshold (T) | 5:05 min/km | Tempohärte, „komfortabel hart" |
| Interval (I) | 4:40 min/km | VO2max-Intervalle, 3–5 min |
| Rep (R) | 4:23 min/km | Schnelligkeit, kurze Wiederholungen |
Was dein VDOT für andere Distanzen bedeutet
| Distanz | Prognostizierte Zeit |
|---|---|
| 5 km | 24:06 |
| 10 km | 50:00 |
| Halbmarathon | 1:50:52 |
| Marathon | 3:49:34 |
Prognose bei gleichem Trainingszustand — längere Distanzen setzen spezifische Ausdauer voraus.
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Was VDOT ist
VDOT ist eine Fitness-Kennzahl des bekannten Laufcoachs Jack Daniels. Sie wird aus einem Wettkampfergebnis — also aus Distanz und Zeit — berechnet und fasst zwei Dinge in einer Zahl zusammen: die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) und die Laufökonomie, also wie sparsam jemand bei einem bestimmten Tempo läuft. Zwei Läufer mit identischer VO2max können deshalb unterschiedliche VDOT-Werte haben.
Der eigentliche Nutzen liegt nicht in der Zahl selbst, sondern in dem, was sich aus ihr ableiten lässt: individuelle Trainingstempi für jede Intensität. Statt Dauerläufe, Tempoläufe und Intervalle „nach Gefühl" zu absolvieren, bekommt man konkrete Pace-Vorgaben in Minuten pro Kilometer. Das macht das Training gezielter und verhindert den häufigsten Fehler von Freizeitläufern — nämlich die lockeren Einheiten zu schnell und die harten zu langsam zu laufen. Wer stattdessen die reine VO2max schätzen möchte, nutzt den entsprechenden Rechner; der VDOT geht einen Schritt weiter zu den Trainingspaces.
10 km in 50:00 ergibt VDOT 40
- 1Geschwindigkeit10.000 m ÷ 50 min= 200 m/min
- 2Sauerstoffaufnahme (VO2)−4,60 + 0,182258·200 + 0,000104·200²= ≈ 36,0 ml/kg/min
- 3Anteil der VO2max (%max, t = 50)Dauerkurve nach Daniels= ≈ 0,90
- 4VDOT36,0 ÷ 0,90= ≈ 40,0
Die fünf Trainingspaces bei VDOT 40
| Zone | Pace (VDOT 40) | Zweck |
|---|---|---|
| Easy (E) | 6:07 min/km | lockere Dauerläufe, Grundlagenausdauer |
| Marathon (M) | 5:17 min/km | Marathon-Renntempo, lange Läufe |
| Threshold (T) | 5:05 min/km | Tempohärte an der Laktatschwelle |
| Interval (I) | 4:40 min/km | VO2max-Intervalle, 3–5 Minuten |
| Rep (R) | 4:23 min/km | Schnelligkeit, kurze Wiederholungen |
Trainingspaces für einen VDOT von 40 (Richtwerte nach Daniels). Auffällig ist, wie eng Marathon-, Threshold- und Interval-Tempo beieinander liegen, während der Easy-Pace deutlich langsamer ist — genau das ist gewollt: Die Grundlage entsteht im lockeren Bereich, die Härte in wenigen, gezielten Einheiten. Die Werte gelten für gesunde, trainierte Läufer und sind als Bereich zu verstehen, nicht als sekundengenaue Vorgabe. Mit steigendem VDOT verschieben sich alle fünf Paces gleichmäßig nach vorne — bei VDOT 50 läge das Easy-Tempo bereits bei rund 5:07 und Threshold bei 4:15 min/km.
Die fünf Intensitätszonen erklärt
Daniels teilt das Lauftraining in fünf Zonen, jede mit einem klaren Zweck. Easy (E) ist das Tempo der lockeren Dauerläufe und macht mengenmäßig den größten Teil des Trainings aus — hier entsteht die Grundlagenausdauer, und die Belastung bleibt gering. Marathon (M) entspricht dem angestrebten Marathon-Renntempo und wird in längeren Einheiten geübt.
Threshold (T), das Schwellentempo, liegt an der Laktatschwelle — „komfortabel hart", etwa 20 bis 40 Minuten am Stück oder in längeren Intervallen haltbar; es verschiebt die Schwelle nach oben. Interval (I) ist das Tempo an der VO2max, gelaufen in Abschnitten von drei bis fünf Minuten mit Pausen, und trainiert die maximale Sauerstoffaufnahme. Rep (R) schließlich ist noch schneller: kurze, schnelle Wiederholungen mit vollständiger Erholung, die Schnelligkeit und Laufökonomie schulen. Die Kunst liegt in der Mischung: viel Easy, wenig, aber gezielt gesetzte harte Reize. Genau diese Verteilung unterscheidet strukturiertes Training vom ständigen Laufen im mittleren, wenig wirksamen Tempobereich.
Trainingssteuerung: die Intensität treffen, nicht die Sekunde
Der häufigste Fehler im Hobbylauf ist, die lockeren Läufe zu schnell und die harten zu langsam zu laufen — alles landet im mittleren Graubereich, der wenig bringt. Die VDOT-Paces helfen, das zu vermeiden. Easy-Läufe sollen wirklich locker sein: Man muss sich dabei unterhalten können, und wenn der Rechner ein langsames Tempo vorgibt, ist das kein Zeichen von Faulheit, sondern Absicht. Threshold fühlt sich „komfortabel hart" an — fordernd, aber kontrolliert. Intervalle laufen an der VO2max, also deutlich anstrengend. Wichtig: Die Prozentwerte nach Daniels sind Richtwerte, keine physikalischen Konstanten. Passen Sie die Paces an Wetter, Untergrund und Tagesform an und behandeln Sie sie als Bereich von einigen Sekunden, nicht als exakte Zielzeit. Wer die richtige Intensität trifft, trainiert wirksamer als jemand, der stur eine Sekundenzahl jagt.
Äquivalente Rennzeiten bei VDOT 40
| Distanz | Prognostizierte Zeit |
|---|---|
| 5 km | 24:06 |
| 10 km | 50:00 |
| Halbmarathon | 1:50:52 |
| Marathon | 3:49:34 |
Ein VDOT-Wert prognostiziert nicht nur die eingegebene, sondern alle Renndistanzen — bei gleichem Trainingszustand. Ein VDOT von 40 entspricht rund 24 Minuten auf 5 km und knapp 3:50 h im Marathon. Diese Äquivalenz ist ein nützliches Planungswerkzeug für Zielzeiten, hat aber Grenzen: Sie setzt voraus, dass man für die jeweilige Distanz auch spezifisch trainiert hat. Ohne lange Läufe wird die Marathon-Prognose zu optimistisch ausfallen. Umgekehrt lässt sich die Tabelle nutzen, um ein realistisches Ziel zu setzen: Wer aktuell 10 km in 50 Minuten läuft, weiß, dass ein Marathon unter vier Stunden bei entsprechendem Ausdauertraining in Reichweite liegt — ein motivierender Anhaltspunkt für die Saisonplanung.
Zweites Beispiel: 5 km in 25:00
- 1Geschwindigkeit5.000 m ÷ 25 min= 200 m/min
- 2VDOT (kürzere Dauer, höherer %max)VO2 ÷ %max (t = 25)= ≈ 38,3
- 3Threshold-Pace (88 % des VDOT)aus der Ziel-VO2 zurückgerechnet= 5:16 min/km
Grenzen der Prognose
Die VDOT-Äquivalenz beruht auf der Annahme, dass jemand für alle Distanzen gleich gut trainiert ist. In der Praxis stimmt das selten: Ein schneller 5-km-Läufer, der nie lange Läufe absolviert, wird die aus seinem VDOT abgeleitete Marathon-Zeit deutlich verfehlen — schlicht weil ihm die spezifische Langstreckenausdauer fehlt.
Je weiter die Zieldistanz von der getesteten entfernt ist, desto unsicherer wird die Prognose. Ein 10-km-Ergebnis sagt zuverlässig etwas über die 5-km-Leistung aus, aber nur bedingt über den Marathon, der zusätzlich Fettstoffwechsel, Verpflegungsstrategie und muskuläre Ermüdungsresistenz verlangt. Umgekehrt überschätzt der VDOT die Marathonzeit, wenn das Testrennen eine kurze Distanz war. Als Faustregel gilt: Für die Marathonplanung ist ein Halbmarathon-Ergebnis aussagekräftiger als ein 5-km-Rennen. Wer sein Renntempo für ein konkretes Ziel umrechnen will, kombiniert den VDOT sinnvoll mit dem Pace-Rechner, der Zeit, Distanz und Tempo direkt ineinander umrechnet.
Wann den VDOT neu berechnen
Ein VDOT-Wert ist eine Momentaufnahme der Form. Sinnvoll ist eine Neuberechnung nach jedem ehrlich gelaufenen Wettkampf oder etwa alle vier bis acht Wochen anhand eines aktuellen Testergebnisses. Über einen typischen Trainingszyklus steigt der VDOT bei gezieltem Training um ein bis drei Punkte — ein Sprung von 40 auf 43 bedeutet spürbar schnellere Trainingspaces.
Zwei Fehler gilt es zu vermeiden: Aktualisiert man zu selten, trainiert man mit veralteten, zu langsamen Vorgaben und bremst den Fortschritt. Aktualisiert man dagegen nach jedem einzelnen Lauf, jagt man Tagesform-Schwankungen hinterher und riskiert, sich an einem zufällig guten Tag zu überfordern. Am verlässlichsten ist ein Wettkampfergebnis, bei dem man wirklich am Limit war und ausgeruht an den Start ging. Ein lockerer Trainingslauf oder ein Rennen bei großer Hitze liefern einen zu niedrigen, ein Rückenwind-Bestzeitrennen einen zu hohen Wert. Regelmäßige, ehrliche Standortbestimmung ist der Schlüssel, damit die Paces mit der Form mitwachsen.
VDOT richtig nutzen
- Ein aktuelles Rennergebnis über mindestens 3.000 m verwenden — kürzere Distanzen sind zu tagesformabhängig.
- Das Rennen sollte ehrlich am Limit und ausgeruht gelaufen sein.
- Die Trainingspaces als Bereich behandeln, nicht als sekundengenaue Vorgabe.
- Den hohen Easy-Anteil ernst nehmen — die Grundlage entsteht im lockeren Tempo.
- Nicht jede Einheit hart laufen; wenige gezielte harte Reize genügen.
- Paces an Wetter, Untergrund und Steigung anpassen.
- Nach jedem Wettkampf oder alle vier bis acht Wochen neu berechnen.
Ein Schätzmodell — keine Garantie
Der VDOT beruht auf den Formeln von Daniels und Gilbert, die aus Leistungsdaten von Läufern abgeleitet wurden. Er ist ein bewährtes, aber vereinfachtes Modell: Individuelle Physiologie, Laufstil, Muskelfasertyp und Trainingshintergrund führen zu Abweichungen. Für Freizeitläufer ist der VDOT eine sehr gute Orientierung zur Trainingssteuerung, aber keine exakte Leistungsmessung und keine Garantie für bestimmte Zielzeiten. Die abgeleiteten Paces gelten für gesunde, trainierte Erwachsene. Wer neu mit dem Laufen beginnt, gesundheitliche Einschränkungen hat oder nach längerer Pause wieder einsteigt, sollte die Intensität behutsam steigern und im Zweifel ärztlich abklären lassen, bevor er intensive Einheiten wie Intervalle in den Plan nimmt. Laufen ist für die allermeisten Menschen gesund — die häufigsten Probleme entstehen durch zu schnelles Steigern von Umfang und Tempo, nicht durch das Training an sich.
Warum individuelle Paces besser sind als pauschale Tipps
Pauschale Tempo-Ratschläge wie „lauf deine langen Läufe in 6:00 min/km" ignorieren, dass Läufer unterschiedlich leistungsfähig sind. Was für den einen ein lockerer Dauerlauf ist, kann für den anderen bereits Schwellentempo sein. Genau hier liegt der Wert des VDOT: Er personalisiert die Vorgaben und stellt sicher, dass jede Einheit im richtigen Belastungsbereich stattfindet.
Das Ergebnis ist ein Training, das Reiz und Erholung sinnvoll ausbalanciert. Die lockeren Läufe bleiben locker genug für echte Regeneration, die harten Einheiten treffen die Intensität, die tatsächlich Anpassungen auslöst. Über Wochen und Monate ergibt sich daraus ein stetiger Formaufbau, der sich beim nächsten Wettkampf in einem höheren VDOT niederschlägt — woraufhin sich die Paces wieder anpassen. Dieser Rechner ist damit ein Werkzeug zur Trainingssteuerung, kein Ersatz für einen individuellen Trainingsplan oder die Begleitung durch einen Coach. Als Orientierung, welches Tempo für welchen Zweck passt, macht er das Lauftraining aber deutlich gezielter — und genau das ist der schnellste Weg zu besseren Zeiten.
Häufige Fragen
Was ist VDOT?
Was ist der Unterschied zwischen VDOT und VO2max?
Wie oft sollte ich den VDOT neu berechnen?
Welches Rennergebnis soll ich eingeben?
Sind die Trainingspaces exakt einzuhalten?
Quellen & Methodik
- Daniels & Gilbert — Oxygen Power / Daniels Running FormulaZugrunde liegende VDOT-Gleichungen (VO2-Kostenkurve + Dauerkurve); Standardmodell zur Trainingspace-Bestimmung.
- Daniels-Gilbert-FormelVO2 = −4,60 + 0,182258·v + 0,000104·v²; %max-Dauerkurve; VDOT = VO2 ÷ %max. Werte sind Richtwerte für gesunde, trainierte Läufer.