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Aktualisiert am 26. Juni 2026

🍞 Brotback-Rechner

Zutaten für 5 Brottypen berechnen: Weißbrot, Mischbrot, Roggenbrot, Sauerteigbrot, Toastbrot — mit Hefe oder Sauerteig.

1Brottyp

Mehl: 60 % Weizenmehl Type 812 + 40 % Roggenmehl Type 1150

2Anzahl Brote

Brote

3Teiggewicht pro Brot

g

Fertig gebacken: ca. 792 g

4Triebmittel

🫓 Mischbrot1 Brot/e à 900 g Teig

525 g Mehl gesamt

Fertig gebacken: ca. 792 g

🌾 Mehl (Hauptteig)

525 g

direkt einwiegen

💧 Wasser (direkt)

357 g

68 % Hydration

🧂 Salz

10,5 g

2 %

🧊 Frischhefe

7,9 g

oder 2,6 g Trocken

Backempfehlung: 🫓 Mischbrot

Temperatur

200 °C

Ober-/Unterhitze

Backzeit

ca. 45 Min

je nach Form und Ofen

💡 Mit Dampf starten, nach 15 Min Ofen kurz öffnen zum Ablüften.

Bäckerprozente: Mischbrot

ZutatBaker's %
Mehl gesamt100 %
Wasser68 %
Salz2 %
Frischhefe1.5 %
Pizzateig-Rechner mit BäckerprozentenHefe umrechnen: Frisch ↔ TrockenBackzeit und Temperatur anpassen
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Brot backen mit Bäckerprozenten

Brot selbst zu backen ist keine Zauberei — man muss nur eine Grundidee verstehen: die Bäckerprozente (Baker's Percentage). Profis geben jede Zutat relativ zum Mehl an. Das Mehl ist immer 100 %, alles andere ist ein Prozentwert davon: Wasser etwa 60–76 %, Salz rund 2 %, Frischhefe ungefähr 1,5 %.

Der große Vorteil dieser Methode ist die Skalierbarkeit. Egal ob ein einzelnes Brot oder zehn auf einmal — die Verhältnisse bleiben gleich. Man rechnet nur das Mehl hoch, alle anderen Mengen folgen automatisch. Genau so arbeitet auch dieser Rechner.

Aus dem gewünschten Teiggewicht ermittelt er zuerst das nötige Mehl und daraus Wasser, Salz und Triebmittel. Wie nahrhaft das fertige Brot anschließend ist, lässt sich mit dem Nährwert-Rechner abschätzen.

Mischbrot mit Hefe — Schritt für Schritt

  1. 1
    Teiggewicht festlegen1 Brot= 900 g Teig
  2. 2
    Mehl (= 100 %)900 ÷ (1 + 0,68 + 0,02 + 0,015)= 525 g Mehl
  3. 3
    Wasser (68 % Hydration)525 × 0,68= 357 g Wasser
  4. 4
    Salz (2 %)525 × 0,02= 10,5 g Salz
  5. 5
    Frischhefe (1,5 %)525 × 0,015= 7,9 g Hefe
  6. 6
    Fertiggewicht (−12 % Backverlust)900 × 0,88= ~792 g Brot
Aus 900 g Teig wird ein Mischbrot mit 525 g Mehl, 357 g Wasser, 10,5 g Salz und 7,9 g Frischhefe — fertig gebacken rund 792 g. Das Mehl bildet die 100-%-Basis, alle übrigen Mengen folgen als Prozentwert. Genau das macht das Rezept beliebig skalierbar.

Hydration und Bäckerprozent je Brottyp

BrottypHydrationMehlSalz
Toastbrot60 %100 %1,5 %
Weißbrot65 %100 %2,0 %
Mischbrot68 %100 %2,0 %
Sauerteigbrot72 %100 %2,0 %
Roggenbrot76 %100 %2,0 %

Hydration ist der Wasseranteil bezogen auf das Mehl. Je höher, desto offener und saftiger die Krume — aber auch klebriger der Teig. Roggen bindet wegen seiner Pentosane besonders viel Wasser. Frischhefe liegt bei rund 1,5 %, das Sauerteig-Anstellgut bei 20 % des Mehls.

Hydration: der Wasseranteil entscheidet

Die wichtigste Stellgröße beim Brot ist die Hydration — der Wasseranteil bezogen auf das Mehl. Sie entscheidet über Krume und Kruste: Wenig Wasser (60 %) ergibt einen festen, feinporigen Teig wie beim Toastbrot; viel Wasser (76 %) eine offene, saftige, grobporige Krume wie beim Roggenbrot.

Höhere Hydration bedeutet aber auch klebrigeren Teig, der schwerer zu formen ist. Einsteiger starten am besten bei 65–68 % (Weißbrot, Mischbrot) und tasten sich nach oben. Roggenmehl ist hier die Ausnahme: Seine Pentosane binden so viel Wasser, dass Roggenbrote zwangsläufig hohe Hydrationswerte brauchen.

Als Faustregel gilt: Je dunkler und vollkorniger das Mehl, desto mehr Wasser nimmt es auf. Wer ein Rezept auf ein anderes Mehl überträgt, sollte die Hydration deshalb anpassen — und den Teig im Zweifel beobachten, statt blind der Zahl zu folgen.

Sauerteig-Variante — das Anstellgut richtig abziehen

  1. 1
    Gesamtmehl900 ÷ (1 + 0,68 + 0,02)= 529 g Mehl
  2. 2
    Anstellgut (20 % vom Mehl)529 × 0,20= 106 g ASG
  3. 3
    ASG enthält je 50 %106 ÷ 2= 53 g Mehl + 53 g Wasser
  4. 4
    Hauptteig-Mehl (abzgl. ASG-Mehl)529 − 53= 476 g Mehl
  5. 5
    Hauptteig-Wasser (abzgl. ASG-Wasser)360 − 53= 307 g Wasser
Im Anstellgut steckt bereits Mehl UND Wasser. Vom Hauptteig zieht man deshalb beide Hälften ab — sonst wiegt man zu viel ein. Aus 529 g Gesamtmehl werden so 476 g Mehl plus 106 g ASG direkt eingewogen, dazu 307 g Wasser und 10,6 g Salz. Genau hier passiert in Rezepten der häufigste Rechenfehler.

Die ASG-Falle: nicht doppelt einwiegen

Der häufigste Rechenfehler beim Sauerteigbrot: Das Anstellgut (ASG) wird beim Mehl und Wasser vergessen. Bei einer Teigausbeute von TA 200 besteht es zur Hälfte aus Mehl und zur Hälfte aus Wasser. Wer 106 g ASG einsetzt, hat damit schon 53 g Mehl und 53 g Wasser im Teig — diese müssen vom Hauptteig abgezogen werden, sonst wird der Teig zu nass und das Mehlgewicht stimmt nicht. Genau das nimmt der Rechner automatisch vorweg: Er zeigt Mehl und Wasser für den Hauptteig bereits abzüglich der ASG-Anteile.

Das Sauerteig-Anstellgut (ASG) verstehen

Das Anstellgut (ASG) ist das Herzstück jedes Sauerteigbrots: ein aktiv fermentierter Starter aus Mehl und Wasser, der wilde Hefen und Milchsäurebakterien enthält. Sie lockern den Teig und geben ihm sein typisches Aroma. Üblich sind 20 % ASG bezogen auf das Mehl.

Entscheidend ist die Teigausbeute (TA): Bei TA 200 — dem gängigsten Wert — besteht das ASG zu gleichen Teilen aus Mehl und Wasser. 106 g ASG enthalten also 53 g Mehl und 53 g Wasser, die bereits zum Teig zählen und vom Hauptteig abgezogen werden.

Vor dem Backen muss der Starter aufgefrischt werden: ein Teil ASG, ein Teil Mehl, ein Teil Wasser, bei 22–26 °C. Nach 8–12 Stunden sollte er sich verdoppelt haben und Bläschen werfen — dann ist er backfertig. Wann das Brot danach in den Ofen kann, hilft der Backzeit-Rechner einzuschätzen.

Hefe oder Sauerteig?

KriteriumHefeSauerteig
Anteil vom Mehl1,5 % Frischhefe20 % Anstellgut (ASG)
Gehzeit1–4 Stunden4–12 Stunden
Aromamild, neutralkomplex, säuerlich
Roggenbrotungeeignet (bindet nicht)zwingend nötig
Aufwandgering, sofort einsatzbereitStarter pflegen und auffrischen

Hochskalieren: aus einem Brot werden drei

  1. 1
    Ein BrotTeiggewicht= 900 g
  2. 2
    Drei Brote3 × 900 g= 2.700 g Teig
  3. 3
    Mehl gesamt (Hefe-Variante)2.700 ÷ 1,715= ~1.574 g Mehl
  4. 4
    Wasser / Salz / Hefe verdreifachenalle × 3= 1.070 / 31,5 / 23,7 g
Weil alle Zutaten an das Mehl gekoppelt sind, skaliert ein Rezept linear: Für drei Brote verdreifacht man schlicht alle Mengen. So plant man auch gezielt auf ein Wunsch-Fertiggewicht — Zielgewicht ÷ 0,88 ergibt das nötige Teiggewicht (etwa 1.000 g Brot → rund 1.136 g Teig).

Backverlust: Teig wird leichter als Brot

Ein 900-g-Teig ergibt kein 900-g-Brot. Beim Backen verdunstet Wasser, das Brot verliert rund 10–15 % seines Gewichts — den sogenannten Backverlust. Dieser Rechner kalkuliert mit 12 %, also einem Fertiggewicht von Teig × 0,88. Aus 900 g Teig werden so etwa 792 g Brot.

Wie hoch der Verlust genau ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab: Hohe Temperatur und lange Backzeit treiben mehr Wasser aus, eine dünne Kruste und das Backen in der Kastenform halten mehr zurück. Frei geschobene Brote mit dicker Kruste verlieren am meisten.

Praktisch ist die Rückrechnung: Wer ein bestimmtes Fertiggewicht anstrebt, teilt es durch 0,88. Für ein 1.000-g-Brot braucht man also rund 1.136 g Teig. So plant man die Mengen gezielt statt auf gut Glück.

Mehltypen im Überblick

TypeMehlEigenschaftVerwendung
405 / 550Weizen, hellwenig Mineralstoffe, hellerToast, Weißbrot, Brötchen
812Weizen, mittelkräftiger im GeschmackMischbrot, dunkle Brötchen
1150Roggen, mittelaromatisch, dunklerMischbrot, Roggenbrot
1370 / 1740Roggen, dunkelsehr kräftig, hohe Wasseraufnahmedunkles Roggenbrot

Die Type-Zahl gibt den Mineralstoffgehalt (Asche in mg je 100 g Mehl) an — je höher die Zahl, desto dunkler und vollkorniger das Mehl. Höhere Typen nehmen mehr Wasser auf, weshalb dunkle Brote eine höhere Hydration brauchen.

Salz und Hefe: die kleinen Mengen mit großer Wirkung

Neben Mehl und Wasser entscheiden zwei kleine Zutaten über Geschmack und Trieb. Salz liegt bei 2 % vom Mehl (Toastbrot 1,5 %) — es würzt nicht nur, sondern stabilisiert das Glutennetz und bremst die Hefe etwas. Zu wenig Salz macht das Brot fad und den Teig schlaff.

Bei der Hefe sind 1,5 % Frischhefe der Richtwert für eine direkte Führung mit 2–4 Stunden Gehzeit. Trockenhefe nimmt man zu einem Drittel davon. Wer mehr Aroma will, reduziert die Hefe und verlängert die Gehzeit — Zeit ist der beste Geschmacksverstärker beim Brot.

Beim Roggenbrot versagt reine Hefe: Ohne die Säure des Sauerteigs bindet der Teig nicht und wird klitschig. Wie lange Brote verschiedener Größe im Ofen brauchen, schätzt der Kochzeit-Rechner für die Zeitplanung mit ab.

Häufige Fehler beim Brotbacken

Die meisten misslungenen Brote scheitern an wenigen, immer gleichen Punkten. Anstellgut doppelt eingewogen: Wer das Mehl und Wasser im ASG nicht vom Hauptteig abzieht, bekommt einen zu nassen Teig — der häufigste Fehler beim Sauerteig.

Hydration vom Mehltyp entkoppelt: Ein Weißbrot-Rezept mit 65 % Wasser wird mit Vollkorn- oder Roggenmehl zu fest, weil dunkle Mehle deutlich mehr Wasser aufnehmen. Zu wenig Gare: Wird der Teig zu früh gebacken, bleibt die Krume dicht und kompakt; zu lange Gare lässt ihn dagegen zusammenfallen.

Roggen mit reiner Hefe: ohne Sauerteig bindet Roggenteig nicht und wird klitschig. Und schließlich der Klassiker bei dunklen Broten: zu früh angeschnitten — Roggen- und Mischbrote müssen mindestens 24 Stunden ruhen, sonst schmeckt die Krume roh und klebt am Messer.

Bäcker-Eckwerte auf einen Blick

Salz2,0 % vom MehlToastbrot 1,5 %
Frischhefe1,5 % vom MehlTrockenhefe = ein Drittel davon
Sauerteig-ASG20 % vom MehlTA 200 = je 50 % Mehl/Wasser
Backverlust~12 %Fertiggewicht = Teig × 0,88
Kerntemperatur fertig95–98 °Coder Klopftest (klingt hohl)

Backablauf Schritt für Schritt

  • Teiggewicht festlegen — pro Brot je nach Form 700–1.000 g
  • Sauerteig-Starter am Vortag auffrischen (1:1:1 Mehl/Wasser/ASG, 8–12 h)
  • Alle Zutaten genau abwiegen — der Bäckerprozent bezieht alles aufs Mehl
  • Beim Sauerteig das ASG-Mehl und -Wasser vom Hauptteig abziehen, nicht doppelt einwiegen
  • Teig kneten oder dehnen und falten, dann gehen lassen (Gare beachten, nicht übergehen)
  • Mit Dampf anbacken für die Kruste; Kerntemperatur 95–98 °C prüfen
  • Roggen- und Mischbrot vor dem Anschneiden mindestens 24 h ruhen lassen

Richtwerte — den Teig beobachten

Alle Mengen sind Richtwerte nach der Bäckerprozent-Methode. Die tatsächliche Wasseraufnahme schwankt je nach Mehlsorte, Mahlgrad und sogar Marke — Vollkorn- und Roggenmehle brauchen oft mehr Wasser als helle Weizenmehle. Beobachten Sie den Teig: Ist er zu fest oder zu klebrig, justieren Sie mit ein paar Gramm Wasser oder Mehl nach. Mit etwas Übung und Erfahrung entwickelt man schnell ein sicheres Gefühl für die richtige Teigkonsistenz.

Häufige Fragen

Warum braucht Roggenbrot Sauerteig?
Roggenmehl enthält kaum Gluten, dafür aber Pentosane — Schleimstoffe, die viel Wasser binden und verhindern, dass ein dehnbares Klebergerüst entsteht. Hefe allein kann Roggenteig kaum auflockern. Sauerteig löst dieses Problem durch Milchsäurebakterien, die Pentosane bei niedrigem pH-Wert inaktivieren. Erst die Ansäuerung macht den Teig backfähig. Ohne Sauerteig wird Roggenbrot zu einem kompakten, klebrigen Klotz.
Was ist Teigausbeute (TA) beim Sauerteig?
Die Teigausbeute (TA) gibt das Verhältnis von Teiggewicht zu Mehlgewicht an. TA 200 bedeutet: 100 g Mehl + 100 g Wasser = 200 g Teig — also 100 % Hydration. Ein fester Sauerteig hat TA 150 (50 % Hydration), ein flüssiger TA 250. Unser Rechner rechnet mit TA 200 (100 % Hydration), weil das am verbreitetsten und für Einsteiger am einfachsten zu handhaben ist.
Wie viel Hefe brauche ich für ein Brot?
Faustregel: 1,5 % Frischhefe vom Mehlgewicht für direkte Führung (2–4 h Gehzeit). Für 500 g Mehl sind das 7,5 g Frischhefe oder 2,5 g Trockenhefe. Bei Verwendung von Sauerteig (Kombimethode) reichen 0,5 % = 2,5 g Frischhefe auf 500 g Mehl. Weniger Hefe + längere Gehzeit = mehr Aroma.
Was ist der Unterschied zwischen Teiggewicht und Brotgewicht?
Beim Backen verliert das Brot durch Wasserverdunstung ca. 10–15 % seines Gewichts. Ein 900 g schwerer Teig ergibt ca. 790 g fertiges Brot. Der Rechner zeigt das geschätzte Fertiggewicht bei 12 % Verlust. Wer ein bestimmtes Fertiggewicht anstrebt: Zielgewicht ÷ 0,88 = benötigtes Teiggewicht.
Was ist der Dutch Oven und warum eignet er sich fürs Brot backen?
Ein Dutch Oven ist ein schwerer Gusseisentopf mit Deckel. Brot im geschlossenen Topf gebacken profitiert vom eigenen Dampf — die Kruste bleibt in der ersten Backphase weich und kann sich ausdehnen. Dann wird der Deckel abgenommen und die Kruste karamellisiert. Das Ergebnis: Bäckerqualität im Heimofen. Besonders für Sauerteigbrot empfehlenswert.
Wie erkenne ich, ob mein Brot fertig gebacken ist?
Klopftest: Das fertige Brot aus der Form nehmen und auf den Boden klopfen — klingt es hohl, ist es durch. Alternativ: Kerntemperatur 95–98 °C (Bratenthermometer). Weißbrot und Toastbrot: goldbraune Kruste, 30 Min Backzeit. Roggenbrot und Mischbrot: nach dem Backen mind. 24 h warten — frisch angeschnittenes Roggenbrot klebt und schmeckt roh. Das Brot zieht nach und wird besser.

Quellen & Methodik

  1. Lutz Geißler — Brotbackbuch Nr. 1: Grundlagen und Rezepte für ursprüngliches BrotBäckerprozent, Teigausbeute (TA), Hydration
  2. Jeffrey Hamelman — Bread: A Baker's Book of Techniques and RecipesBaker's Percentage, Backverlust
  3. Verband Deutscher Mühlen — Mehltypen nach DIN 10355Type-Zahlen und Mineralstoffgehalt

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