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Aktualisiert am 21. Mai 2026

🍕 Pizzateig-Rechner

Pizzateig mit Bäckerprozenten: Mehl, Wasser, Salz, Hefe für 1–8 Pizzen — mit Hydration-Slider und Zeitplan.

1Anzahl Pizzen

Stück

2Gewicht pro Pizza

g

Napoletana: 250–280 g | Normal: 300–350 g

3Wasseranteil (Hydration)

65 %
55 % (fest, knusprig)65 % (neapolitanisch)80 % (sehr weich)

4Gehzeit / Reifezeit

5Hefe-Art

Teig für 4 Pizza(s) à 270 g

1.080 g Teig gesamt

🌾 Mehl (Tipo 00)

644 g

100 %

💧 Wasser

419 g

65 %

🧂 Salz

16 g

2,5 %

🧊 Frischhefe

1,3 g

0,2 %

⏱️ Zeitplan — Kühlschrank-Reifung

  1. Tag 1, früh Alle Zutaten mit kaltem Wasser verkneten (10–15 Min)
  2. Tag 1 30 Min bei Raumtemperatur anspringen lassen
  3. Tag 1 Abgedeckt in den Kühlschrank (4–6 °C) für 24 h
  4. Backtag 2–3 h vor dem Backen herausnehmen, Ballen formen
  5. Backtag Bei Raumtemperatur akklimatisieren, dann ausziehen und backen

Backtipps für perfekte Pizza

  • Mehl: Tipo 00 (fein, W300+) für neapolitanische Pizza. Alternativ: Weizenmehl Type 405 oder 550.
  • Temperatur: Maximal heizen — 250–300 °C Ober-/Unterhitze. Pizzastein oder Stahlplatte mind. 60 Min vorheizen.
  • Teig ausziehen: Nie mit dem Nudelholz — von innen nach außen mit den Händen strecken, Rand stehen lassen.
  • Backzeit: 6–10 Min bei 250–280 °C. Im Holzofenpin (400 °C+) nur 60–90 Sekunden.
  • Salz und Hefe: Nie direkt in Kontakt bringen — Salz tötet Hefe. Erst Hefe in Wasser, Salz separat.

💡 Bäckerprozente: Alle Mengen sind relativ zum Mehlgewicht (= 100 %). 65 % Hydration bedeutet: 419 g Wasser auf 644 g Mehl. Weniger Hefe + längere Gehzeit = mehr Aroma und bessere Verdaulichkeit.

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So funktioniert der Pizzateig-Rechner

Formel

Mehl = Gesamtteig ÷ (1 + Hydration/100 + Salz/100 + Öl/100 + Hefe/100) | Bäckerprozente: alle Mengen relativ zu Mehl = 100 %

Rechenbeispiel

4 Pizzen à 270 g = 1.080 g Teig, 65 % Hydration, 24h Gehzeit: Mehl 626 g, Wasser 407 g, Salz 16 g, Frischhefe 1,3 g (0,2 % vom Mehl). Weniger Hefe = mehr Aroma.

Pizzateig nach Bäckerprozenten — das Handwerk der Pizzaioli

Wer eine wirklich gute Pizza backen möchte, kommt am Prinzip der Bäckerprozente nicht vorbei. Professionelle Bäcker und Pizzaioli geben alle Zutatenmengen als Prozentwert des Mehlgewichts an. Das ermöglicht das einfache Skalieren eines Rezepts — egal ob für 2 oder 20 Pizzen.

Was sind Bäckerprozente?

Das Mehl gilt als 100 %. Jede andere Zutat wird als Prozentsatz des Mehlgewichts angegeben. Ein klassisches neapolitanisches Rezept sieht so aus:

  • Mehl (Tipo 00): 100 %
  • Wasser: 60–65 % (= Hydration)
  • Salz: 2,5–3 %
  • Hefe (frisch): 0,1–1 % (je nach Gehzeit)
  • Olivenöl: 0–2 % (optinal, nicht im STG-Original)

Der Vorteil: Wenn Sie die Mehlmenge verdoppeln, verdoppeln sich alle anderen Zutaten automatisch proportional.

Hydration — der entscheidende Faktor

Die Hydration gibt an, wie viel Wasser relativ zum Mehl im Teig enthalten ist. Sie ist der wichtigste Parameter für Konsistenz und Ergebnis:

  • 55–60 %: Sehr fester Teig, ideal für knusprige, dünne Böden. Leicht zu verarbeiten, weniger feuchte Krume.
  • 62–65 %: Die klassische Hydration für Pizza Napoletana (STG). Gute Balance zwischen Weichheit und Verarbeitbarkeit.
  • 67–72 %: Weicherer Teig mit feuchter, luftiger Krume. Erfordert mehr Übung beim Ausziehen.
  • 75–80 %: Sehr weich, schwierig zu handhaben. Für erfahrene Bäcker und besonders luftige Pizzen.

Für Anfänger empfehlen sich 63–65 % Hydration — das gibt gute Ergebnisse ohne zu klebriges Handling.

Hefe und Gehzeit — weniger ist mehr

Der zweite Schlüsselparameter ist die Hefemenge. Hier gilt die Regel: Je weniger Hefe, desto länger die Gehzeit und desto komplexer das Aroma. Der Grund liegt in der Fermentation: Die Hefepilze bauen Zucker ab und produzieren CO₂ (Lockerung) und Aromastoffe (Geschmack). Bei langer, langsamer Fermentation entstehen deutlich mehr und vielfältigere Aromastoffe.

Richtwerte für Frischhefe-Mengen (% vom Mehlgewicht):
- 1 % (Direktführung, 1–2 h): Schnell, aber wenig Aroma. Für eilige Abende.
- 0,5 % (8 h, Kühlschrank): Guter Kompromiss. Über Nacht stehenlassen.
- 0,2 % (24 h, Kühlschrank): Das Standardrezept der Napoletana-Tradition. Deutlich besseres Aroma.
- 0,1 % (48 h, Kühlschrank): Maximales Aroma. Für Perfektionisten und Pizzafeste.

Im Kühlschrank verlangsamt sich die Fermentation durch die Kälte — die Hefe bleibt aktiv, arbeitet aber langsamer. Das Ergebnis: ein komplexerer, leicht säuerlicher Geschmack wie beim Bäcker.

Mehl: Tipo 00 — was steckt dahinter?

Tipo 00 ist das feinst gemahlene Weizenmehl im italienischen System. Die Null-Null-Bezeichnung bezieht sich auf die Feinheit des Mahlguts, nicht auf den Ausmahlungsgrad. Für Pizza wichtiger ist der Proteingehalt (W-Wert, Klebergehalt):

  • W200–W260: Standard-Tipo-00, gut für kurze Gehzeiten (bis 8 h).
  • W300–W350: Manitoba-Typ, für lange Gehzeiten (24–48 h) und hohe Hydration.
  • W390+: Professionelle Mehlmischungen für Pizzerien.

Als Alternative in Deutschland eignet sich Weizenmehl Type 405 (feinster Ausmahlungsgrad, niedriger Proteingehalt) oder Type 550 (etwas mehr Protein, besser für lange Gehzeiten).

Die Kühlschrank-Methode (kalte Fermentation)

Die meisten Qualitätspizzerien arbeiten mit kalter Fermentation: Der Teig wird bei 4–6 °C im Kühlschrank 24–72 Stunden gereift. Vorteile:

  • Deutlich besseres Aroma durch langsame Fermentation
  • Bessere Verarbeitbarkeit (Glutennetz entspannt sich vollständig)
  • Flexibilität im Timing (der Teig wartet auf Sie, nicht umgekehrt)
  • Leichtere Verdaulichkeit durch längere Stärkeabbau-Zeit

Wichtig: Den Teig 2–3 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen und auf Raumtemperatur akklimatisieren. Ein kalter Teig reißt beim Ausziehen sofort.

Backen: So heiß wie möglich

Pizza braucht extreme Hitze. Ein echter Holzofen erreicht 400–500 °C — eine Pizza ist in 60–90 Sekunden fertig. Im Heimofen:

  • 250–300 °C: Maximaltemperatur vorheizen (60 Min)
  • Pizzastein oder Stahlplatte: Mindestens 60 Min vorheizen. Der Stein speichert Hitze und gibt sie direkt an den Boden ab.
  • Backzeit: 6–10 Min bei 260–280 °C

Ohne Pizzastein: Backblech umgekehrt im Ofen vorheizen, Pizza direkt darauf backen. Funktioniert deutlich besser als ein kaltes Blech.

Häufige Fragen

Was sind Bäckerprozente beim Pizzateig?
Bäckerprozente geben alle Zutatenmengen relativ zum Mehlgewicht (= 100 %) an. Bei 65 % Hydration und 500 g Mehl bedeutet das: 325 g Wasser. Bei 0,2 % Hefe: 1 g Frischhefe. Das Prinzip erlaubt einfaches Skalieren — egal ob für 2 oder 20 Pizzen. Professionelle Pizzaioli arbeiten ausschließlich so.
Wie viel Hefe brauche ich für Pizzateig?
Das hängt von der Gehzeit ab. Für 24 h im Kühlschrank (neapolitanische Methode): 0,2 % Frischhefe vom Mehl, also nur 1–2 g auf 500 g Mehl. Für Direktführung (1–2 h): 1 % = 5 g. Je weniger Hefe, desto länger die Gehzeit und desto komplexer das Aroma. Weniger Hefe ist definitiv mehr.
Was ist Hydration beim Pizzateig und welche ist die beste?
Die Hydration gibt den Wasseranteil relativ zum Mehl an. 65 % bedeutet: 650 g Wasser auf 1.000 g Mehl. Für Anfänger ist 62–65 % ideal — das entspricht dem klassischen neapolitanischen Rezept, ist gut verarbeitbar und liefert hervorragende Ergebnisse. Höhere Hydration (70–75 %) ergibt luftigere Krume, ist aber schwieriger zu handhaben.
Welches Mehl für Pizzateig: Tipo 00 oder Weizenmehl 405/550?
Tipo 00 ist ideal, besonders für lange Gehzeiten. In Deutschland gut verfügbar. Als Alternative: Weizenmehl Type 405 für kurze Gehzeiten (bis 8 h), Type 550 für längere Fermentation. Für 24–48 h Kaltreifen eignet sich Manitoba-Mehl (W300+) besonders gut, weil das starke Glutennetz die lange Fermentation besser verträgt.
Wie lange soll Pizzateig im Kühlschrank reifen?
24 Stunden ist der Sweet Spot: Sehr gutes Aroma, deutlich besser als Direktführung, und logistisch einfach (Teig am Vortag machen). 48 Stunden ist noch besser — komplexes, leicht mildes Aroma wie in einer echten Pizzeria. 72 Stunden geht auch, dann wird der Teig aber etwas klebriger und saurer. Kürzer als 8 h ergibt spürbar weniger Aroma.
Darf Olivenöl in den Pizzateig?
Das Original-Rezept der Pizza Napoletana (STG-Standard) enthält kein Öl. Öl macht den Teig geschmeidiger, die Krume feinporiger und etwas weniger knusprig. Wer eine knusprige Kruste mag: ohne Öl. Wer einen geschmeidigen, reicheren Teig bevorzugt: 2 % Olivenöl (z. B. 10 g auf 500 g Mehl). Für Pizza al Taglio (Blechpizza) ist Öl üblich.

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