Aktualisiert am 2. Juli 2026
🛞 Reifengrößen-Rechner
Reifenbezeichnung entschlüsseln: Außendurchmesser, Abrollumfang und Tacho-Abweichung beim Wechsel auf eine andere Größe berechnen.
1Reifen alt
2Reifen neu
3Tacho-Anzeige (km/h)
Zeigt die reale Geschwindigkeit mit dem neuen Reifen bei dieser Tacho-Anzeige.
Durchmesser-Abweichung (neu ggü. alt)
+0,4 %
Bei Tacho 100 km/h real 100,4 km/h
| Reifen | Flankenhöhe | Durchmesser | Abrollumfang |
|---|---|---|---|
| 205/55 R16 (alt) | 112,8 mm | 631,9 mm | 1.926 mm |
| 225/45 R17 (neu) | 101,3 mm | 634,3 mm | 1.933 mm |
Rechenweg (alt): 16×25,4 + 2×(205×55÷100) = 631,9 mm
✓ Innerhalb der ±2-%-Faustregel. Die Abweichung ist technisch gering — trotzdem gilt: verbindlich ist, ob die Größe im Fahrzeugschein/CoC eingetragen ist oder eine Freigabe/ABE vorliegt.
⚠️ Technische Näherung, keine Zulassung. Verbindlich ist der Fahrzeugschein/CoC. Der Tacho darf nie zu wenig anzeigen (zulässig höchstens +10 % + 4 km/h) — ein größerer Reifen lässt den Tacho nacheilen und kann unzulässig sein. Freigängigkeit, Felgenmaulweite und Einpresstiefe sind separat zu prüfen. Angaben ohne Gewähr.
Gängige Größen ggü. 205/55 R16
| Größe | Durchmesser | Abweichung |
|---|---|---|
| 195/65 R15 | 634,5 mm | +0,4 % |
| 205/55 R16 | 631,9 mm | +0,0 % |
| 215/55 R16 | 642,9 mm | +1,7 % |
| 225/45 R17 | 634,3 mm | +0,4 % |
| 225/50 R17 | 656,8 mm | +3,9 % |
| 235/45 R18 | 668,7 mm | +5,8 % |
Abweichung des Außendurchmessers gegenüber der alten Größe. Ab über ±2 % ist die Größe technisch grenzwertig.
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Die Reifenbezeichnung entschlüsselt
Auf jeder Reifenflanke steht eine Kombination wie 205/55 R16 91V — und jede Angabe hat eine feste Bedeutung. Die 205 ist die Reifenbreite in Millimetern, gemessen von Flanke zu Flanke. Die 55 ist der Querschnitt (das Höhen-Breiten-Verhältnis) in Prozent: Die Flanke ist 55 % der Breite hoch, hier also 112,75 mm. Ein niedrigerer Querschnitt bedeutet eine flachere, sportlichere Flanke.
Das R steht für die Radialbauweise, die bei modernen Pkw-Reifen Standard ist. Die 16 ist der Felgendurchmesser in Zoll — der Reifen passt also auf eine 16-Zoll-Felge. Häufig folgen noch zwei Angaben: der Lastindex (hier 91, steht für die maximale Tragfähigkeit je Reifen) und der Geschwindigkeitsindex als Buchstabe (V für bis zu 240 km/h). Wer diese Systematik einmal verstanden hat, liest jede Reifengröße mühelos — und erkennt sofort, worin sich zwei Größen unterscheiden.
Reifenbezeichnung Teil für Teil (Beispiel 205/55 R16 91V)
| Angabe | Bedeutung | Beispielwert |
|---|---|---|
| 205 | Reifenbreite in Millimetern | 205 mm |
| 55 | Querschnitt (Flankenhöhe in % der Breite) | 55 % → 112,75 mm |
| R | Bauart: Radialreifen | Radial |
| 16 | Felgendurchmesser in Zoll | 16 Zoll = 406,4 mm |
| 91 | Lastindex (Tragfähigkeit je Reifen) | 91 → 615 kg |
| V | Geschwindigkeitsindex | V → bis 240 km/h |
Last- und Geschwindigkeitsindex müssen mindestens den Vorgaben im Fahrzeugschein entsprechen — ein niedrigerer Index ist nicht zulässig, ein höherer erlaubt. Der Lastindex 91 steht laut ETRTO-Tabelle für 615 kg pro Reifen; der Geschwindigkeitsindex V für 240 km/h. Beide Werte finden sich in den Fahrzeugpapieren und auf der Reifenflanke. Weitere gängige Geschwindigkeitsindizes sind T (190 km/h), H (210 km/h) und W (270 km/h) — bei Winterreifen darf der Index niedriger sein als im Schein, wenn ein Aufkleber im Sichtfeld an die reduzierte Höchstgeschwindigkeit erinnert.
Beispiel: Außendurchmesser von 205/55 R16
- 1Flankenhöhe205 × 55 ÷ 100= 112,75 mm
- 2Felgendurchmesser16 × 25,4= 406,4 mm
- 3Außendurchmesser406,4 + 2 × 112,75= 631,9 mm
- 4Abrollumfang (dynamisch)π × 631,9 × 0,97= ≈ 1.926 mm
Abrollumfang vs. geometrischer Umfang
Man muss zwei Umfänge unterscheiden. Der geometrische Umfang ist die reine Kreisrechnung: π × Außendurchmesser. Der dynamische Abrollumfang ist die Strecke, die der Reifen tatsächlich pro Umdrehung auf der Straße zurücklegt — und die ist etwas kürzer. Der Grund ist das Einwalken: Unter dem Gewicht des Fahrzeugs wird der Reifen im Aufstandsbereich leicht plattgedrückt, sein wirksamer Radius sinkt. Als Näherung rechnet man mit rund 3 % weniger (Faktor 0,97).
Dieser Abrollumfang ist die Bezugsgröße für Tacho, Kilometerzähler und ABS. Das Steuergerät zählt die Radumdrehungen und rechnet sie über den hinterlegten Abrollumfang in Geschwindigkeit und Strecke um. Ändert ein anderer Reifen den Abrollumfang, ohne dass das System neu kalibriert wird, weichen Tacho- und Kilometeranzeige ab. Deshalb ist der Abrollumfang — nicht die Breite oder der Zollwert allein — die entscheidende Größe beim Reifenwechsel.
Beispiel: Wechsel 205/55 R16 → 215/55 R16
- 1Durchmesser alt (205/55 R16)16 × 25,4 + 2 × 112,75= 631,9 mm
- 2Durchmesser neu (215/55 R16)16 × 25,4 + 2 × 118,25= 642,9 mm
- 3Abweichung(642,9 ÷ 631,9 − 1) × 100= +1,7 %
- 4Tacho bei real 100 km/h100 × 631,9 ÷ 642,9= ≈ 98,3 km/h
Größenvergleich zur Referenz 205/55 R16
| Größe | Außendurchmesser | Abweichung |
|---|---|---|
| 195/65 R15 | 634,5 mm | +0,4 % |
| 205/55 R16 (Referenz) | 631,9 mm | 0,0 % |
| 225/45 R17 | 634,3 mm | +0,4 % |
| 215/55 R16 | 642,9 mm | +1,7 % |
| 225/50 R17 | 656,8 mm | +3,9 % |
| 235/45 R18 | 668,7 mm | +5,8 % |
Die ersten Größen liegen mit unter ±0,5 % sehr nah an der Referenz — das ist der Sinn hinter dem „Plus-Sizing", bei dem man auf eine größere Felge mit flacherem Querschnitt wechselt und den Außendurchmesser nahezu konstant hält. Die letzten beiden Zeilen zeigen dagegen deutliche Abweichungen von fast 4 bzw. 6 %: Solche Größen ändern den Abrollumfang spürbar und sind ohne Eintragung tabu. Man erkennt außerdem die Grundregel des Plus-Sizings: Steigt der Zollwert um eins, muss der Querschnitt um rund zehn Prozentpunkte sinken (etwa von 55 auf 45), damit der Außendurchmesser gleich bleibt. Wer nur die Felge größer wählt, ohne den Querschnitt anzupassen, landet schnell weit außerhalb der Toleranz.
Reifenmaße in Zahlen
Breiter vs. schmaler Reifen
| Kriterium | Breiter Reifen | Schmaler Reifen |
|---|---|---|
| Grip (trocken) | höher, mehr Seitenhalt | geringer |
| Aquaplaning | anfälliger | weniger anfällig |
| Traktion im Schnee | schlechter | besser (drückt sich durch) |
| Rollwiderstand / Verbrauch | höher | niedriger |
| Komfort & Geräusch | sportlicher, oft lauter | komfortabler, leiser |
| Preis | meist teurer | meist günstiger |
Zulassung & Tacho — verbindlich ist der Fahrzeugschein
Der Rechner liefert technische Näherungswerte, aber keine Zulassung. Verbindlich ist allein, ob die Reifengröße im Fahrzeugschein (Teil I der Zulassungsbescheinigung) bzw. im CoC-Dokument eingetragen ist oder eine gültige Reifenfreigabe bzw. Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) vorliegt. Ist die Größe nicht abgedeckt, muss sie vor der Nutzung bei TÜV oder DEKRA eingetragen werden. Besonders wichtig ist die Tacho-Regel: Der Tacho darf nie weniger anzeigen als die reale Geschwindigkeit — zulässig ist nur eine Voreilung von höchstens 10 Prozent plus 4 km/h. Ein größerer Reifen lässt den Tacho nacheilen und ist damit unzulässig, selbst wenn die Prozentabweichung klein erscheint. Eine falsche oder nicht freigegebene Größe kann die Betriebserlaubnis erlöschen lassen und den Versicherungsschutz gefährden. Freigängigkeit im Radkasten, Felgenmaulweite und Einpresstiefe (ET) sind zusätzlich zu prüfen und vom reinen Größenvergleich nicht abgedeckt. Alle Angaben ohne Gewähr.
Toleranz in der Praxis
In der Praxis hat sich als technische Faustregel eine Abweichung des Abrollumfangs von höchstens rund ±2 % etabliert. Innerhalb dieses Bereichs bleiben Tacho-Fehler und Auswirkungen auf Fahrwerk und Kraftübertragung klein. Sie ersetzt aber keine rechtliche Freigabe — die kommt immer aus dem Fahrzeugschein oder einer Reifenfreigabe.
Neben dem Durchmesser sind beim Wechsel weitere Maße entscheidend, die der reine Größenrechner nicht erfasst. Die Freigängigkeit im Radkasten muss auch bei vollem Lenkeinschlag und Einfedern gewährleistet sein — ein breiterer Reifen kann sonst schleifen. Die Felgenmaulweite muss zur Reifenbreite passen, und die Einpresstiefe (ET) bestimmt, wie weit das Rad nach außen steht. Auch Last- und Geschwindigkeitsindex dürfen die Vorgaben des Fahrzeugscheins nicht unterschreiten. Wer eine abweichende Größe fahren will, sollte diese Punkte gemeinsam mit einem Fachbetrieb oder der Prüforganisation abklären.
Vor dem Reifenwechsel prüfen
- Fahrzeugschein/CoC prüfen: Ist die gewünschte Größe dort eingetragen und für die Jahreszeit passend?
- Falls nicht: Reifenfreigabe oder ABE des Herstellers suchen, sonst Eintragung bei TÜV/DEKRA einplanen
- Durchmesser-/Abrollumfang-Abweichung mit dem Rechner prüfen — Faustregel höchstens rund ±2 %
- Tacho-Regel beachten: Ein größerer Reifen darf den Tacho nicht nacheilen lassen (nie zu wenig anzeigen)
- Last- und Geschwindigkeitsindex mindestens so hoch wie im Fahrzeugschein wählen, niedriger ist unzulässig
- Freigängigkeit im Radkasten, Felgenmaulweite und Einpresstiefe prüfen — im Zweifel den Fachbetrieb fragen
Sommer, Winter und unterschiedliche Größen
Viele Fahrzeuge haben im Fahrzeugschein mehrere Reifengrößen eingetragen — oft eine breitere für den Sommer und eine schmalere für den Winter. Das ist kein Zufall: Winterreifen werden häufig eine Nummer schmaler gefahren, weil ein schmalerer Reifen sich bei Schnee besser durch die Fahrbahn drückt und dadurch mehr Traktion aufbaut. Ein 195er-Winterreifen kann auf Schnee überlegen sein, wo ein breiter 225er nur aufschwimmt.
Achten Sie im Winter zusätzlich auf die Kennzeichnung: Das Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke, „3PMSF") ist seit der Winterreifenpflicht maßgeblich; die alte M+S-Kennung allein reicht bei neuen Reifen nicht mehr aus. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche der eingetragenen Größen zur Jahreszeit passt — und dass Sommer- wie Winterausführung jeweils im Fahrzeugschein stehen oder freigegeben sind. Wie stark unterschiedliche Reifen den Verbrauch beeinflussen, lässt sich grob mit dem Spritkosten-Rechner gegenrechnen.
Der Rechner zeigt die Technik, der Schein entscheidet
Der Reifengrößen-Rechner ist ein technisches Werkzeug: Er entschlüsselt die Bezeichnung, berechnet Durchmesser und Abrollumfang und zeigt, wie stark eine andere Größe abweicht und den Tacho verstellt. Damit lässt sich vor dem Kauf schnell einschätzen, ob eine Wunschgröße überhaupt in die Nähe der Originalbereifung kommt oder weit daneben liegt.
Die rechtliche Freigabe ersetzt er aber nicht. Ob eine Größe an Ihrem Auto erlaubt ist, steht im Fahrzeugschein/CoC oder ergibt sich aus einer Reifenfreigabe bzw. ABE — und praktische Punkte wie Freigängigkeit und Einpresstiefe müssen zusätzlich passen. Als Merkregel bleibt: höchstens rund ±2 % Abrollumfang, der Tacho darf nie zu wenig anzeigen, und im Zweifel klärt der Fachbetrieb oder die Prüforganisation. Die Bremswege bei verschiedenen Tempi zeigt ergänzend der Bremsweg-Rechner.
Häufige Fragen
Was bedeutet 205/55 R16?
Wie berechnet man den Abrollumfang?
Wie viel Abweichung ist beim Reifenwechsel erlaubt?
Warum zeigt der Tacho nach dem Reifenwechsel falsch an?
Was ist der Unterschied zwischen breiten und schmalen Reifen?
Ersetzt der Rechner eine Reifenfreigabe?
Quellen & Methodik
- Reifenmaß-Formel (europ. Norm / ECE R30)Außendurchmesser = Zoll × 25,4 + 2 × (Breite × Querschnitt ÷ 100); Abrollumfang = π × Ø, dynamisch ca. 3 % weniger (Faktor 0,97).
- Tachoabweichung & Zulässigkeit (StVZO)Tacho darf nie weniger als die reale Geschwindigkeit anzeigen, max. +10 % + 4 km/h. Verbindlich ist die Eintragung im Fahrzeugschein/CoC; technische Toleranz ca. ±2 % Abrollumfang.