Aktualisiert am 27. Juni 2026
🏠 Dachflächen-Rechner
Dachfläche berechnen: Satteldach, Pultdach, Walmdach oder Flachdach — mit Material- und PV-Potenzial.
Dachfläche
120,86 m²
2 × (Länge × Sparrenlänge) · Sparrenlänge: 5,49 m
Materialbedarf (Richtwerte)
☀️ PV-Potenzial (geschätzt)
⚠️ Die Berechnung gilt für regelmäßige Dachformen mit gleichmäßiger Neigung. Für Walmdächer mit unterschiedlichen Neigungen, Krüppelwalme, Gauben oder komplexe Dachformen lassen Sie die Fläche von einem Dachdecker aufmessen.
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Warum die Dachfläche größer ist als die Grundfläche
Die Dachfläche ist die Grundlage fast jeder Dacharbeit — Eindeckung, Dämmung, Unterspannbahn, PV-Anlage und Regenrinne werden alle danach kalkuliert. Entscheidend ist: Durch die Neigung ist die geneigte Dachfläche immer größer als der Grundriss des Hauses. Ein 80-m²-Grundriss wird bei 35° Dachneigung schon zu rund 98 m² Dachfläche. Wer mit der reinen Grundfläche rechnet, bestellt deshalb systematisch zu wenig Material.
Dieser Rechner ermittelt die Dachfläche für die vier gängigen Formen — Sattel, Pult, Walm und Flach — und leitet daraus Ziegel-, Dachlatten- und Unterspannbahn-Bedarf sowie ein grobes PV-Potenzial ab. Grundlage ist reine Trigonometrie: die Grundmaße geteilt durch den Kosinus der Neigung. Für das saubere Aufmaß unregelmäßiger Grundrisse hilft der Flächenrechner; den Bedarf für andere Bauflächen ermittelt analog der Fliesenbedarf-Rechner. Die Ergebnisse sind Planungs-Richtwerte — das verbindliche Aufmaß macht der Dachdecker. Schon für die erste Kostenschätzung und die Anfrage beim Baustoffhandel ist die richtige Dachfläche aber unverzichtbar, denn jeder Posten von der Eindeckung bis zur Dämmung hängt direkt an dieser Zahl.
Satteldach 10 × 8 m bei 35° Neigung
- 1Grundmaße (ohne Überstand)Länge × Breite= 10 × 8 m
- 2Halbe Hausbreite8 ÷ 2= 4 m
- 3Sparrenlänge4 ÷ cos(35°)= ≈ 4,88 m
- 4Dachfläche2 × 10 × 4,88= 97,7 m²
- 5Dachziegel (12/m² + 5 %)⌈97,7 × 12 × 1,05⌉= 1.232 Stück
- 6Dachlatten97,7 × 3,3 lfm= ≈ 322 lfm
Formeln je Dachform
| Dachform | Flächenformel | Typische Neigung |
|---|---|---|
| Satteldach | 2 × Länge × (Breite/2) ÷ cos α | 35–45° |
| Pultdach | Länge × Breite ÷ cos α | 11–25° |
| Walmdach | Grundfläche ÷ cos α | 30–45° |
| Flachdach | Länge × Breite | 2–5° |
Allen geneigten Formen liegt derselbe Kern zugrunde: Die ebene Grundfläche wird durch den Kosinus der Neigung geteilt, weil die Schräge länger ist als ihre waagerechte Projektion. Beim Walmdach mit überall gleicher Neigung gilt das mathematisch exakt für die gesamte Grundfläche — unabhängig von der Neigungsrichtung jeder einzelnen Teilfläche. Das Flachdach ist der Sonderfall: Bei sehr geringer Neigung entspricht die Dachfläche praktisch der Grundfläche. Bei Walmdächern mit unterschiedlichen Neigungen, Krüppelwalmen oder Gauben wird die Rechnung komplexer und gehört in fachliche Hände. Das Pultdach ist mit nur einer Fläche am einfachsten zu rechnen und bietet zugleich eine große, einheitlich ausgerichtete Fläche, was es für PV-Anlagen besonders attraktiv macht.
Aufmaß Schritt für Schritt
- Länge und Breite des Gebäudes am Grundriss oder vor Ort messen.
- Den Dachüberstand bestimmen und beidseitig zu Länge und Breite addieren.
- Die Dachneigung ermitteln — aus dem Bauplan oder mit einer Neigungs-App am Sparren.
- Die passende Dachform wählen: Sattel, Pult, Walm oder Flach.
- Mit der Formel die Dachfläche berechnen oder den Rechner nutzen.
- Flächen von Gauben, Dachfenstern und Kaminen separat erfassen und abziehen.
- Bei mehreren Dachteilen jede Fläche einzeln berechnen und addieren.
- Das Ergebnis grob gegen den Faktor 1/cos(Neigung) auf Plausibilität prüfen.
- Bei Unsicherheit über die Neigung lieber etwas großzügiger schätzen und Reserve einplanen.
Von der Grundfläche zur Dachfläche
| Neigung | Faktor (1 ÷ cos α) | Mehrfläche |
|---|---|---|
| 22° | 1,08 | +8 % |
| 30° | 1,15 | +15 % |
| 35° | 1,22 | +22 % |
| 45° | 1,41 | +41 % |
| 60° | 2,00 | +100 % |
Der Faktor zeigt, um wie viel die geneigte Dachfläche größer ist als die darunterliegende Grundfläche. Er steigt mit der Neigung überproportional: Bis etwa 30° bleibt der Aufschlag mit 15 % moderat, bei 45° sind es schon 41 %, und bei 60° verdoppelt sich die Fläche. Für die Materialkalkulation zählt immer die tatsächliche Dachfläche, nie der Grundriss. Wer ein steileres Dach plant, sollte den deutlich höheren Materialbedarf von Anfang an einkalkulieren — er schlägt sich direkt in Ziegel-, Latten- und Dämmungskosten nieder. Umgekehrt heißt ein flaches Dach nicht automatisch wenig Material: Dort entfällt zwar der Neigungsaufschlag, dafür sind oft aufwändigere Abdichtungen statt einfacher Ziegel nötig.
Mindestneigung je Eindeckung
Nicht jede Eindeckung passt zu jeder Neigung. Die Regeldachneigung gibt an, ab welchem Winkel eine Deckung ohne zusätzliche Maßnahmen regensicher ist: Betondachsteine ab etwa 22°, Tonziegel und Schiefer ab rund 25°, Biberschwanzziegel ab 30°. Flachere Dächer unter 5° brauchen eine vollflächige Abdichtung aus Bitumen- oder Kunststoffbahnen (EPDM) statt einer Ziegeldeckung. Wird die Regeldachneigung der gewählten Ziegel unterschritten, ist das nicht automatisch unmöglich — es verlangt aber zusätzliche Sicherheit, etwa ein wasserdichtes Unterdach. Umgekehrt gilt: Sehr steile Dächer brauchen oft Sturmklammern, damit die Ziegel bei Wind sicher liegen, und in schneereichen Regionen sind zusätzlich Schneefanggitter sinnvoll. Die konkrete Mindestneigung und die nötige Unterdachklasse legen die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und das Datenblatt des Ziegelmodells fest. Wer ohnehin saniert, sollte die Eindeckung daher früh zur Dachneigung passend auswählen, statt umgekehrt — das spart aufwändige Sonderlösungen am Unterdach.
Ziegelbedarf je Dachsteintyp
| Ziegeltyp | Stück pro m² | Hinweis |
|---|---|---|
| Großformat / Doppel-S | 8–10 | wenige große Ziegel, schnell verlegt |
| Betondachstein / Frankfurter Pfanne | 10–11 | günstiger Standard |
| Tonziegel | 12–18 | je nach Modell |
| Biberschwanz | 18–36 | kleinteilig, oft Doppeldeckung |
| Schiefer | 20–60 | aufwändig, handwerklich anspruchsvoll |
Der Stückbedarf pro Quadratmeter hängt stark vom Format ab — von wenigen großen Pfannen bis zu Dutzenden kleiner Biberschwänze. Der Rechner kalkuliert mit einem Mittelwert von 12 Ziegeln pro Quadratmeter; das passt gut zu gängigen Tonziegeln, weicht bei Großformat oder Biberschwanz aber deutlich ab. Maßgeblich ist immer der Verlegewert des konkret gewählten Modells, den der Hersteller im Datenblatt angibt. Dazu kommen 5 bis 10 % Verschnitt, bei komplizierten Dachformen mit vielen Graten und Kehlen oder bei Schiefer eher 15 %. Eine kleine Reserve aus derselben Charge hilft bei späteren Reparaturen, weil spätere Nachbestellungen oft farblich leicht abweichen. Schwerere Eindeckungen wie Schiefer oder Doppeldeckungen wirken sich zudem auf die nötige Dachstatik aus.
Materialbedarf ermitteln
- Dachziegel: Dachfläche × Stück pro m² (modellabhängig) × Verschnittfaktor, aufgerundet.
- Dachlatten: rund 3 bis 3,3 laufende Meter je Quadratmeter Dachfläche einplanen.
- Unterspannbahn: Dachfläche plus etwa 15 % für Überlappungen an den Rändern.
- Firstziegel: etwa drei Stück je laufendem Meter First.
- Sonderziegel für Grat, Ortgang und Pultabschluss gesondert nach laufendem Meter zählen.
- Konterlatten, Nägel, Sturmklammern und Dichtbänder als Kleinmaterial nicht vergessen.
- Bei Dämmung und PV den zusätzlichen Bedarf separat über die Dachfläche rechnen.
- Eine kleine Ziegel-Reserve aus derselben Charge für spätere Reparaturen zurücklegen.
- Den Bedarf an Dachrinne und Fallrohren über die Trauflänge und nicht über die Fläche bestimmen.
Satteldach gegen Walmdach
| Kriterium | Satteldach | Walmdach |
|---|---|---|
| Flächen | zwei geneigte Flächen, zwei Giebel | vier geneigte Flächen, keine Giebel |
| Materialaufwand | geringer, einfache rechteckige Flächen | höher, mehr Grate, Kehlen und Verschnitt |
| Windstabilität | gut | sehr gut, rundum geneigt |
| Wohnraum unterm Dach | viel, mit großen senkrechten Giebelwänden | weniger durch die vier abgeschrägten Seiten |
| Solar-Eignung | gut auf der durchgehenden Südseite | kleinere, mehrfach ausgerichtete Einzelflächen |
| Optik / Kosten | schlicht und günstig | repräsentativ, aber teurer |
Vor der Dachsanierung
- Das finale Aufmaß durch einen Dachdecker bestätigen lassen — der Rechner liefert nur die Vorplanung.
- Verschnitt und eine Reserve aus gleicher Charge fest einkalkulieren.
- Die GEG-Pflicht zur Dachdämmung prüfen: Sie greift bei Sanierung von mehr als 10 % der Dachfläche.
- Die Statik prüfen, wenn ein schwererer Belag oder eine PV-Anlage aufs Dach kommt.
- Die Mindestneigung der gewünschten Eindeckung mit der vorhandenen Dachneigung abgleichen.
- Gerüst, Entsorgung des Altmaterials und Wetterfenster rechtzeitig einplanen.
- Eine ohnehin geplante PV-Anlage gleich mit der Eindeckung montieren, um Gerüstkosten zu sparen.
- Mehrere Angebote einholen und auf enthaltene Leistungen, Entsorgung und Garantie achten.
Wie viel Solarstrom das Dach liefern kann
Aus der Dachfläche lässt sich grob abschätzen, wie groß eine PV-Anlage werden kann. Als Faustregel braucht ein Kilowatt-Peak rund 5 bis 7 m² Modulfläche. Nutzbar ist allerdings nicht das ganze Dach: Bei Schrägdächern rechnet man mit etwa 70 % der Fläche, bei Flachdächern wegen der Aufständerung und der Verschattungsabstände nur mit rund 50 %. Hinzu kommen Mindestabstände zu Rand, First, Kamin und Dachfenstern.
Ein optimal nach Süden ausgerichtetes Dach mit 30 bis 35° Neigung liefert in Deutschland rund 850 kWh pro kWp und Jahr. Der Wert dieses Rechners ist aber bewusst nur eine grobe Potenzial-Schätzung — die genaue Auslegung mit Ausrichtung, Neigung und Verschattung übernimmt der Photovoltaik-Rechner mit dem vollständigen Faktor-Modell. Wer ohnehin das Dach saniert, sollte die PV-Frage gleich mitdenken: Module und neue Eindeckung in einem Zug zu montieren, spart Gerüst und Arbeitszeit. Ob sich die Anlage am Ende lohnt, hängt von Eigenverbrauch, Speicher und Einspeisevergütung ab — Faktoren, die der spezialisierte Rechner berücksichtigt.
Schätzung für die Planung, kein Ersatz fürs Aufmaß
Diese Berechnung gilt für regelmäßige Dachformen mit gleichmäßiger Neigung und ist eine Schätzung für die Vorplanung. Gauben, Erker, Kehlen, Grate, Krüppelwalme und unterschiedliche Neigungen müssen gesondert erfasst werden — dafür ist das Aufmaß durch einen Dachdecker maßgeblich. Der Ziegelbedarf hängt vom konkreten Modell ab; verbindlich ist der Verlegewert laut Hersteller-Datenblatt, nicht der hier verwendete Mittelwert von 12 Stück pro Quadratmeter. Das ausgewiesene PV-Potenzial ist nur eine grobe Orientierung und ersetzt keine Fachplanung der Solaranlage. Statik, Mindestneigung, Unterdachklasse und die GEG-Dämmpflicht sind projektabhängig fachlich zu prüfen. Nutzen Sie das Ergebnis als unverbindliche Grundlage für die Materialvorauswahl und die Kostenschätzung, nicht als verbindliche Bestell- oder Bauanweisung. Gerade bei Dacharbeiten in der Höhe gehören Montage und Aufmaß ohnehin in fachkundige Hände — eine sorgfältige Vorplanung mit realistischen Mengen erleichtert dann das Angebotsgespräch mit dem Betrieb.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die Fläche eines Satteldachs?
Welche Dachneigung ist üblich?
Wie viele Dachziegel brauche ich pro m²?
Wie groß kann meine PV-Anlage auf diesem Dach werden?
Was ist der Dachüberstand und warum wichtig?
Quellen & Methodik
- Dachflächen-Geometrie (Trigonometrie)Satteldach 2 × Länge × (Breite/2)/cos(Neigung); Walmdach Grundfläche/cos(Neigung); geneigte Fläche +15 % bei 30°, +41 % bei 45°.
- Eindeckung & Mindestneigung (ZVDH-Fachregeln)Betondachstein ab 22°, Tonziegel ab 25°, Biberschwanz ab 30°; Ziegelbedarf 10–36 Stück/m² je Typ; 5–10 % Verschnitt (Walm/Schiefer 15 %).
- PV-Ertragsmodell (Mertens/energie-experten, Stand 04/2026)Grobe Potenzial-Schätzung ~5–7 m²/kWp, Basis 850 kWh/kWp Süd-Optimum. Genaue Auslegung im Photovoltaik-Rechner.