Aktualisiert am 21. Mai 2026
🖥️ Freelancer-Stundensatz-Rechner
Freelancer-Stundensatz berechnen: Vom Wunsch-Netto zum nötigen Stundensatz inkl. Steuern, Versicherungen und Betriebskosten.
Fakturierbare Stunden (ohne Akquise, Admin etc.)
Büro, Software, Telefon, Internet etc.
Empfohlener Stundensatz
52,98 € netto
(63,05 € brutto inkl. USt)
Tagessatz
317,91 €
Monatsumsatz nötig
5.642,86 €
Jahresumsatz nötig
67.714,29 €
Fakturierbare Std/Jahr
1278
Monatliche Kostenaufschlüsselung
Kalkulation im Detail
Hinweis: Vereinfachte Kalkulation. Der tatsächliche Stundensatz kann je nach Branche, Region, Erfahrung und Marktlage abweichen. Berücksichtigen Sie auch Kosten für Weiterbildung, Rücklagen und Akquisezeiten. Im Zweifel konsultieren Sie einen Steuerberater.
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So funktioniert der Freelancer-Stundensatz-Rechner
Formel
Stundensatz = (Netto-Wunsch + KV + Rente + Betrieb) ÷ (1 − Steuersatz) × 12 ÷ Fakturierbare Stunden/Jahr
Rechenbeispiel
Beispiel: 3.000 € Netto-Wunsch + 450 € KV + 300 € Rente + 200 € Betrieb = 3.950 € ÷ 0,7 = 5.643 €/Monat × 12 = 67.714 € ÷ 1.200 Std = 56,43 €/Std netto.
Den richtigen Stundensatz zu kalkulieren ist eine der wichtigsten Entscheidungen für Freelancer und Selbstständige. Viele machen den Fehler, einfach ihr bisheriges Angestelltengehalt durch die Arbeitsstunden zu teilen — und wundern sich dann, warum am Monatsende zu wenig übrig bleibt. Unser Rechner berücksichtigt alle relevanten Kostenfaktoren und zeigt Ihnen den Stundensatz, den Sie tatsächlich brauchen.
Wie kalkuliert man einen Freelancer-Stundensatz?
Die Grundformel klingt einfach: Alle monatlichen Kosten zusammenrechnen, Steuern draufschlagen und durch die fakturierbaren Stunden teilen. In der Praxis steckt der Teufel im Detail. Zu den Kosten gehören nicht nur Ihr gewünschtes Netto-Einkommen, sondern auch Krankenversicherung (als Selbstständiger zahlen Sie den vollen Beitrag allein — rund 450 bis 900 Euro monatlich), Rentenvorsorge (empfohlen: mindestens 300 bis 500 Euro monatlich), Betriebsausgaben (Büro, Software, Telefon, Buchhaltung, Versicherungen) und Rücklagen für Krankheit, Auftragsflauten und Weiterbildung. Erst wenn Sie all diese Posten addiert und die Einkommensteuer berücksichtigt haben, ergibt sich Ihr tatsächlicher Brutto-Bedarf.
Typische Stundensätze nach Branche in Deutschland 2026
Die Stundensätze für Freelancer variieren stark nach Branche, Erfahrung und Region. Im IT-Bereich liegen die Stundensätze für erfahrene Entwickler bei 80 bis 120 Euro, für Senior-Berater bei 120 bis 180 Euro. Designer und Kreative berechnen typischerweise 60 bis 100 Euro pro Stunde. Im Bereich Text und Content liegen die Sätze bei 50 bis 90 Euro, im Marketing bei 70 bis 130 Euro. Übersetzer rechnen oft mit 60 bis 80 Euro. Beratende Berufe (Unternehmensberatung, Coaching) liegen bei 100 bis 250 Euro. Diese Werte gelten für erfahrene Freelancer — Berufseinsteiger liegen oft 20 bis 40 Prozent darunter. Wichtig: Vergleichen Sie Ihren kalkulierten Stundensatz immer mit dem Marktdurchschnitt Ihrer Branche, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Warum der Stundensatz höher sein muss als bei Angestellten
Ein häufiges Missverständnis: Viele Freelancer orientieren sich am Stundenlohn von Angestellten. Ein Angestellter mit 4.000 Euro brutto verdient rechnerisch etwa 23 Euro pro Stunde. Als Freelancer würden Sie damit aber nicht auskommen — und zwar aus mehreren Gründen: Erstens zahlt der Arbeitgeber für Angestellte rund 20 Prozent Sozialversicherungsbeiträge zusätzlich (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflegeversicherung). Als Freelancer tragen Sie diese Kosten komplett selbst. Zweitens haben Angestellte bezahlten Urlaub, bezahlte Krankheitstage und Feiertage — Freelancer nicht. Von den 365 Tagen im Jahr bleiben nach Abzug von Wochenenden, Urlaub, Krankheit und Feiertagen nur rund 200 bis 220 Arbeitstage übrig. Und drittens sind nicht alle Arbeitstage fakturierbar: Akquise, Buchhaltung, Weiterbildung und Verwaltung fressen typischerweise 20 bis 30 Prozent der Arbeitszeit. Als Faustregel gilt: Der Freelancer-Stundensatz sollte mindestens das 1,5- bis 2-Fache des vergleichbaren Angestellten-Stundenlohns betragen.
Kleinunternehmerregelung: Vor- und Nachteile
Die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) befreit Freelancer von der Umsatzsteuerpflicht. Maßgeblich sind seit dem Wachstumschancengesetz (gültig ab 01.01.2025) zwei Schwellen: Der Vorjahresumsatz darf 25.000 Euro nicht überstiegen haben, und der laufende Jahresumsatz darf voraussichtlich 100.000 Euro nicht übersteigen. Wird die zweite Schwelle unterjährig überschritten, fällt die Kleinunternehmer-Eigenschaft mit sofortiger Wirkung weg — alle übersteigenden Umsätze werden umsatzsteuerpflichtig. Der Vorteil: Sie müssen keine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben und können Privatkunden günstigere Preise anbieten, da keine 19 Prozent Umsatzsteuer aufgeschlagen werden. Der Nachteil: Sie können keine Vorsteuer aus Ihren Betriebsausgaben abziehen. Wenn Sie hohe Investitionen haben (Computer, Software, Büroausstattung), kann das teuer werden. Zudem wirken Rechnungen ohne Umsatzsteuer auf manche Geschäftskunden unprofessionell. Für die meisten Freelancer mit B2B-Kunden lohnt sich die Regelbesteuerung — denn die Umsatzsteuer ist für Geschäftskunden ein durchlaufender Posten, den sie selbst als Vorsteuer abziehen können.
Häufiger Fehler: Nur das Netto-Wunschgehalt als Basis nehmen
Der größte Fehler bei der Stundensatz-Kalkulation ist, nur das gewünschte Netto-Einkommen durch die verfügbaren Stunden zu teilen. Wer 3.000 Euro netto möchte und 160 Stunden im Monat arbeitet, kommt auf 18,75 Euro pro Stunde — ein Satz, der nicht einmal die Sozialversicherung deckt. Richtig gerechnet: Zu den 3.000 Euro Netto kommen 450 Euro Krankenversicherung, 300 Euro Rente, 200 Euro Betriebsausgaben und rund 1.700 Euro Einkommensteuer. Das ergibt einen Brutto-Bedarf von über 5.600 Euro monatlich. Geteilt durch die realistisch fakturierbaren 100 bis 120 Stunden pro Monat ergibt das einen Stundensatz von 47 bis 56 Euro — dreimal so viel wie die naive Rechnung.
Tipps für einen nachhaltigen Stundensatz
Kalkulieren Sie Ihren Stundensatz großzügig: Es ist einfacher, einen Rabatt zu geben, als den Satz nachträglich zu erhöhen. Bauen Sie einen Puffer von 10 bis 15 Prozent für unvorhergesehene Kosten ein. Erhöhen Sie Ihren Stundensatz jährlich mindestens um die Inflationsrate. Und vor allem: Kommunizieren Sie Ihren Wert, nicht nur Ihre Zeit. Ein erfahrener Freelancer löst Probleme oft schneller als ein günstigerer Kollege — der höhere Stundensatz bedeutet nicht zwangsläufig höhere Projektkosten.