Aktualisiert am 11. Juni 2026
🏦 Kreditrechner
Kreditrate, Gesamtkosten und Tilgungsplan berechnen — für Ratenkredite, Autokredite und Konsumkredite.
Monatliche Rate
192,86 €
Aufschlüsselung
Gesamtkosten
11.571,80 €
Davon Zinsen
1.571,80 €
Effektivzins
6,06 %
Laufzeit
60 Mon.
Hinweis: Diese Berechnung dient der Orientierung. Tatsächliche Kreditkonditionen können je nach Bonität, Bank und Kreditart abweichen. Der effektive Jahreszins kann zusätzliche Gebühren enthalten, die hier nicht berücksichtigt sind.
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Wie ein Ratenkredit funktioniert
Ein Ratenkredit (auch Konsumenten- oder Annuitätenkredit) wird in gleichbleibenden Monatsraten zurückgezahlt. Jede Rate besteht aus zwei Teilen: einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil. Der Zins wird immer auf die noch offene Restschuld berechnet — und weil diese Restschuld mit jeder Rate kleiner wird, sinkt der Zinsanteil von Monat zu Monat. Da die Gesamtrate aber konstant bleibt, steigt im Gegenzug der Tilgungsanteil. Man spricht deshalb von einer Annuität: gleiche Rate außen, sich verschiebende Zusammensetzung innen.
Am Anfang der Laufzeit ist die Rate also zinslastig, gegen Ende fast reine Tilgung. Dieses Prinzip erklärt zwei wichtige Effekte: Erstens baut man zu Beginn die Schuld nur langsam ab. Zweitens lohnt sich eine vorzeitige Rückzahlung in den ersten Jahren besonders, weil dann noch viel Zins auf einer hohen Restschuld läuft.
Drei Größen bestimmen die Rate: die Kreditsumme, der Zinssatz und die Laufzeit. Verändert man eine davon, ändern sich Rate und Gesamtkosten. Eine längere Laufzeit senkt die Monatsrate, erhöht aber die gesamten Zinskosten — ein Zielkonflikt, den der Rechner sichtbar macht. Genau dafür ist er gedacht: verschiedene Kombinationen aus Summe, Zins und Laufzeit durchspielen und die Auswirkungen auf Rate und Gesamtkosten vergleichen.
Der klassische Ratenkredit ist ein unbesicherter Kredit zur freien Verwendung: Anders als bei einer Immobilienfinanzierung dient keine Sicherheit wie ein Grundstück als Pfand, weshalb die Zinsen höher liegen als beim Baukredit. Einen zweckgebundenen Kredit (etwa einen Autokredit) gibt es oft günstiger, weil das finanzierte Objekt als Sicherheit dient. Verbraucherkredite unterliegen besonderen Schutzregeln der §§ 491 ff. BGB — dazu gehören ein vorvertragliches Informationsblatt nach europäischem Standard, ein 14-tägiges Widerrufsrecht und das Recht auf jederzeitige vorzeitige Rückzahlung. Diese Regeln gelten unabhängig davon, bei welcher Bank der Kredit abgeschlossen wird.
Kreditzinsen 2026 im Überblick
Rate und Gesamtkosten bei 20.000 €
- 1Kreditsumme 20.000 €, Sollzins 6 % p.a., Laufzeit 72 MonateMonatszins = 6 % ÷ 12= 0,5 % pro Monat
- 2Annuität (Monatsrate) nach der Annuitätenformel20.000 € × 0,005 × 1,005^72 ÷ (1,005^72 − 1)= 331,46 €
- 3Gesamtkosten über die Laufzeit331,46 € × 72= 23.864,96 €
- 4Gesamtzins (Kosten des Kredits)23.864,96 € − 20.000 €= 3.864,96 €
So entwickelt sich der Tilgungsplan
| Zeitpunkt | Zinsanteil / Monat | Tilgungsanteil / Monat | Restschuld |
|---|---|---|---|
| Monat 1 | 100,00 € | 231,46 € | 19.768,54 € |
| Monat 12 | 86,95 € | 244,51 € | 17.144,84 € |
| Monat 24 | 71,87 € | 259,59 € | 14.113,58 € |
| Monat 36 | 55,85 € | 275,60 € | 10.895,35 € |
| Monat 48 | 38,86 € | 292,60 € | 7.478,64 € |
| Monat 60 | 20,81 € | 310,65 € | 3.851,19 € |
| Monat 72 | 1,65 € | 329,81 € | 0,00 € |
Beispiel 20.000 € / 6 % Sollzins / 72 Monate, Monatsrate konstant 331,46 €. Gut sichtbar: Am Anfang ist die Rate zinslastig, am Ende fast reine Tilgung.
Sollzins, Effektivzins und der Zweidrittelzins
Beim Vergleich von Krediten führt kein Weg am Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins vorbei. Der Sollzins (auch Nominalzins) ist der reine Zins auf die Kreditsumme. Der Effektivzins rechnet zusätzlich alle preisbestimmenden Nebenkosten ein — etwa die Art der Verzinsung und Auszahlung — und ist nach § 6 PAngV die gesetzlich vorgeschriebene Vergleichsgröße. Nur der Effektivzins ist belastbar; vergleichen Sie deshalb immer Effektiv gegen Effektiv, nie Sollzins gegen Effektivzins.
Vorsicht bei beworbenen „ab"-Zinsen: Das sind Tiefstzinsen, die nur Kunden mit Top-Bonität erhalten (oft nur 1–10 % der Antragsteller). Aussagekräftiger ist der Zweidrittelzins nach § 6a PAngV — der repräsentative Effektivzins, den mindestens zwei Drittel der Kunden tatsächlich bekommen. Seriöse Anbieter müssen ihn neben dem „ab"-Zins angeben. Wer Angebote vergleicht, sollte deshalb auf den Zweidrittelzins schauen, nicht auf die Lockzahl in der Werbung.
Ein weiterer Posten, der den effektiven Preis treibt, ist die häufig mitangebotene Restschuldversicherung (RSV). Sie soll die Raten bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod absichern, ist aber oft teuer und nicht verpflichtend. Wird ihre Prämie in die Kreditsumme eingerechnet, verteuert das den realen Kreditpreis spürbar — und seit der Rechtsprechung muss sie unter bestimmten Voraussetzungen in den Effektivzins einfließen. Prüfen Sie ein RSV-Angebot deshalb getrennt vom Kredit und rechnen Sie aus, ob der Schutz seinen Preis wert ist. Im Zweifel hilft ein Vergleich des Effektivzinses mit und ohne Versicherung, ergänzt um die Frage, ob bestehende Versicherungen (etwa eine Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung) das gleiche Risiko nicht ohnehin schon abdecken.
Bonität und Schufa: was den Zins bestimmt
Welchen Zins eine Bank anbietet, hängt vor allem von der Bonität ab — also der Einschätzung, wie wahrscheinlich der Kredit zuverlässig zurückgezahlt wird. In sie fließen der Schufa-Score, das regelmäßige Einkommen, die Beschäftigungssituation und bereits bestehende Verpflichtungen ein. Vereinfacht gilt: gute Bonität führt zu Zinsen um die 5 %, schwächere Bonität zu 9 % und mehr. Deshalb ist der individuelle Zins erst nach einer Prüfung bekannt — pauschale Angaben sind immer nur Orientierung.
Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Anfragearten: Eine Konditionsanfrage („Anfrage Kreditkonditionen") ist Schufa-neutral — sie taucht nur für Sie selbst auf, beeinflusst den Score nicht und wird nach zwölf Monaten gelöscht. So lassen sich mehrere Angebote gefahrlos einholen. Eine echte Kreditanfrage dagegen wird vermerkt und kann den Score kurzfristig beeinflussen. Vergleichen Sie deshalb zuerst über Konditionsanfragen und stellen Sie die verbindliche Kreditanfrage erst beim ausgewählten Angebot.
Den eigenen Schufa-Score kann man einmal jährlich kostenlos einsehen (Datenkopie nach Art. 15 DSGVO) und vorab prüfen. Häufige Gründe für einen schwächeren Score sind alte, nicht gelöschte Einträge, viele parallel laufende Verträge oder ungenutzte, aber offene Kreditkarten- und Dispolinien. Wer vor einem geplanten Kredit aufräumt — etwa nicht benötigte Konten schließt und offene Forderungen begleicht —, verbessert oft die Ausgangslage. Auch ein zweiter Kreditnehmer mit gutem Einkommen kann die Kondition verbessern. All das ändert nichts an der Grundregel: Der konkrete Zins steht erst nach dem individuellen Angebot der Bank fest, und nur dieses ist verbindlich.
Zinsspanne nach Bonität
| Bonität | typischer Effektivzins | Monatsrate (20.000 €, 72 Mon.) | Gesamtzins |
|---|---|---|---|
| gute Bonität | rund 5 % | 322 € | ~3.190 € |
| mittlere Bonität | rund 7 % | 341 € | ~4.550 € |
| schwächere Bonität | 10 % und mehr | 371 € | ~6.680 € |
Beispielwerte für 20.000 € über 72 Monate, gerechnet mit dem Kreditrechner — der reale Zins ist individuell. Schon der Unterschied zwischen guter und schwacher Bonität verdoppelt hier die Zinskosten.
Sondertilgung: schneller schuldenfrei
Eine Sondertilgung ist eine zusätzliche Zahlung über die reguläre Rate hinaus. Sie wirkt direkt auf die Restschuld — und weil der Zins immer nur auf die verbleibende Restschuld läuft, senkt jede Sondertilgung sowohl die Restlaufzeit als auch den Gesamtzins. Je früher in der Laufzeit sie erfolgt, desto größer der Effekt, weil dann noch viel Zins auf einer hohen Restschuld liegt.
Bei Verbraucherkrediten ist die vorzeitige Rückzahlung gesetzlich abgesichert: Kreditnehmer dürfen ihren Kredit jederzeit ganz oder teilweise ablösen. Die Bank darf dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, die jedoch gesetzlich gedeckelt ist (höchstens 1 % der vorzeitig zurückgezahlten Summe, bei Restlaufzeit unter einem Jahr 0,5 %). Viele Ratenkredite erlauben Sondertilgungen sogar kostenlos. Der Kreditrechner zeigt über das Feld „Sondertilgung", wie sich eine monatliche Zusatzzahlung auf Laufzeit und Zinsersparnis auswirkt.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Hebel: Wer beim 20.000-€-Kredit zusätzlich zur Rate monatlich 100 € sondertilgt, ist deutlich früher schuldenfrei und spart spürbar Zinsen, weil die Restschuld schneller sinkt. Wichtig ist nur, die Sondertilgung nicht mit der eigenen Liquidität zu überdehnen — ein Notgroschen sollte erhalten bleiben. Als Faustregel gilt: erst eine kleine Rücklage aufbauen, dann mit dem freien Betrag sondertilgen. Wer unregelmäßig Geld übrig hat (etwa aus Bonus oder Steuererstattung), kann auch jährliche Einmal-Sondertilgungen nutzen, sofern der Vertrag sie zulässt.
Vor dem Kreditabschluss prüfen
- Effektivzins vergleichen — nie den Sollzins, und immer Effektiv gegen Effektiv.
- 35-%-Faustregel im Blick behalten: Rate möglichst unter 35 % des verfügbaren Nettoeinkommens.
- Laufzeit nicht unnötig lang wählen — niedrige Rate bedeutet höhere Gesamtkosten.
- Auf kostenlose Sondertilgung und vorzeitige Ablösung achten.
- Restschuldversicherung kritisch prüfen: oft teuer und nicht verpflichtend.
- Erst über Schufa-neutrale Konditionsanfragen vergleichen, dann verbindlich anfragen.
- Gesamtkosten betrachten, nicht nur die Monatsrate.
- 14-tägiges Widerrufsrecht kennen: Ein Verbraucherkredit kann nach Abschluss ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.
Lange Laufzeit kostet mehr
Eine niedrige Monatsrate ist verlockend, aber sie erkauft man sich mit deutlich höheren Zinskosten. Beispiel 20.000 € bei 6 % Sollzins: Über 36 Monate beträgt die Rate 608 €, der Gesamtzins aber nur rund 1.900 €. Über 96 Monate sinkt die Rate auf 263 €, der Gesamtzins steigt jedoch auf rund 5.200 € — fast das Dreifache. Wählen Sie die Laufzeit deshalb so kurz, wie es die Haushaltskasse zuverlässig zulässt — und planen Sie einen Puffer für unerwartete Ausgaben ein.
Ab November 2026: neue Kreditregeln (CCD II)
Zum 20. November 2026 tritt die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie CCD II (umgesetzt in den §§ 491 ff. BGB) in Kraft. Sie verschärft die Kreditwürdigkeitsprüfung und weitet den Verbraucherschutz aus: Erstmals reguliert werden auch „Buy now, pay later"-Angebote (BNPL), zinslose 0-%-Finanzierungen und Kleinkredite unter 200 € — Produkte, die bisher weitgehend außerhalb der strengen Kreditregeln lagen. Für Verbraucher bedeutet das mehr Transparenz und klarere Informationspflichten vor dem Abschluss, möglicherweise aber auch etwas gründlichere Prüfungen. Praktisch heißt das: Bei BNPL-Angeboten an der Online-Kasse müssen Anbieter künftig deutlicher auf Kosten und Risiken hinweisen, und auch sehr kleine oder vermeintlich kostenlose Finanzierungen fallen unter die Kreditwürdigkeitsprüfung. Die Grundmechanik eines Ratenkredits — Annuität, Effektivzins, Tilgungsplan — bleibt von der Reform unberührt; der Rechner bildet sie unverändert ab.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meine monatliche Kreditrate?
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?
Lohnt sich eine Sondertilgung?
Wie hoch sind aktuelle Kreditzinsen 2026?
Kann ich einen Kredit vorzeitig ablösen?
Wie viel Kredit kann ich mir leisten?
Quellen & Rechtsgrundlagen
- § 6 PAngV: Effektiver Jahreszins (Pflichtangabe für Verbraucherkredite) — Originaltext
- § 6a PAngV: Repräsentatives Beispiel (Zweidrittelzins) — Originaltext
- §§ 491 ff. BGB: Verbraucherdarlehensvertrag — Originaltext
- Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik (Konsumentenkredite, Neugeschäft)Durchschnittszinsen für Ratenkredite, Stand 2026 — bonitätsabhängige Spanne, nur zur Orientierung.